Waiblingen, 08.11.2016

120. Geburtstag von STIHL Firmengründer Andreas Stihl

Er gilt als der „Vater der Motorsäge", revolutionierte die Waldarbeit und baute ein Unternehmen auf, das heute weltweit führender Hersteller für Motorsägen und Motorgeräten ist. Am 10. November 2016 wäre STIHL Firmengründer Andreas Stihl 120 Jahre alt geworden. Seine Errungenschaften und Visionen prägen das Waiblinger Familienunternehmen bis heute. Dr. Nikolas Stihl, Vorsitzender des STIHL Beirats, sagt über seinen Großvater: „Sein Werk hat sich als nachhaltig erwiesen. Er hat nicht nur eine intakte Firma hinterlassen, sondern auch Werte und eine besondere Geisteshaltung, die bis heute im Unternehmen präsent sind." An den STIHL Standorten Waiblingen-Neustadt und Wiechs am Randen wurde Andreas Stihl für seine Verdienste an den Gemeinden mit einer Ehrenbürgerschaft geehrt. Zuletzt wurde er für seine herausragenden Leistungen am 26. Oktober 2016 durch das Finanzministerium und die Staatlichen Münzen Baden-Württemberg mit einer Kunstmedaille aus der Serie „Erfinder aus Baden-Württemberg" gewürdigt.

Stihls bahnbrechende Idee: „Die Säge muss zum Baum und nicht der Baum zur Säge"
Andreas Stihl wurde am 10. November 1896 in Zürich als Sohn des Fuhrunternehmers Andreas Stihl und dessen Frau Selina in Zürich geboren. Nach seinem Maschinenbau-studium arbeitete er in verschiedenen Firmen als Sachverständiger für Dampfmaschinen, die damals in Sägewerken eingesetzt wurden. Als Andreas Stihl sah, dass die Menschen die Baumstämme mühsam und unter großer körperlicher Anstrengung zu den stationär montierten Sägen transportieren mussten, kam ihm eine Idee: „Die Säge muss zum Baum und nicht der Baum zur Säge". In ihm wuchs die Vorstellung von einer benzingetriebenen Motorsäge, mit der Bäume gefällt und direkt vor Ort abgelängt werden können. Doch Andreas Stihl fand erst auf Umwegen zur Motorsäge: Zunächst gründete er 1923 mit einem Freund die Firma Stihl & Hohl und produzierte Vorfeuerungsanlagen. Der große Erfolg blieb aus. Das Unternehmen löste sich drei Jahre später auf. Davon ließ sich Stihl jedoch nicht beirren und gründete 1926 alleine das „A. Stihl Ingenieurbüro" in Stuttgart – die Geburtsstunde der Firma STIHL. Zunächst wurden Vorfeuerungen für Dampfkessel als Umsatzträger und später auch Waschmaschinen produziert. Schnell widmete Stihl sich aber wieder seiner ursprünglichen Idee: Der Konstruktion einer Motorsäge, die den Menschen die Arbeit im Wald erleichtert.


Andreas Stihl feierte in den 1920er Jahren mit seinen Zweimann-Sägen erste Erfolge
Schon 1926 stellte Andreas Stihl seine erste Säge her – eine Zweimann-Elektrosäge mit 4 PS. Bald wuchs die Firma auf acht Mitarbeiter. 1929 folgte seine erste Benzinmotorsäge: die Zweimann-Benzinmotorsäge Typ A mit einem Zweitaktmotor, einem Gewicht von 46 Kilogramm und einer Leistung von 7,5 PS. Zwar war die Säge immer noch so schwer, dass sie von zwei Personen bedient werden musste, jedoch konnte nun erstmals eine Säge direkt zum Baum getragen werden – für die damalige Waldarbeit eine Revolution. Die Nachfrage nach der Säge war so hoch, dass Andreas Stihl mit der Produktion kaum nachkam. Schnell wurde das Stuttgarter Büro zu klein und die Firma zog 1930 in den industriell geprägten Stadtteil Bad Cannstatt. Nun konnte das Unternehmen, das in „A. Stihl Maschinenfabrik" umbenannt wurde, erstmals hohe Stückzahlen produzieren. Heute erinnert eine Gedenktafel, die am 3. November 2016 enthüllt wurde, an den ehemaligen Sitz der Maschinenfabrik. In den Folgejahren verbesserte Andreas Stihl fortwährend die Qualität, brachte neue Modelle auf den Markt und die Nachfrage aus In- und Ausland stieg stetig an.

Den Krisen zum Trotz: Andreas Stihl kämpft sich zurück zum Erfolg
Doch nicht nur Erfolg prägten die kommenden Unternehmerjahre von Andreas Stihl. Durch einen Bombenangriff im Zweiten Weltkrieg wurde 1944 das Werk in Bad Cannstatt zerstört. 1945 wurde in Waiblingen-Neustadt, dem heutigen STIHL Stammsitz, ein neues Werk eröffnet. Die Alliierten internierten Andreas Stihl vorübergehend in einem Arbeitslager in Bayern. In einem Spruchkammerverfahren wurde er 1948 jedoch wieder entlastet. Nach dem Krieg befand sich das Motorsägengeschäft in einer Krise, weil die Menschen keine neuen Geräte mehr kauften, sondern ihre alten reparierten. Doch Stihl ließ sich davon nicht entmutigen. Gemeinsam mit einer motivierten Belegschaft und neuen Produkten arbeitete sich der Unternehmer wieder nach oben. 1959 gelang Andreas Stihl ein bedeutender Meilenstein der Firmengeschichte: Die legendäre Contra kam auf den Markt, eine getriebelose Benzinmotorsäge, die mit ihren 12 Kilogramm und 6 PS leichter und effizienter als alle anderen Geräte war, die bis dato verfügbar waren. Forstbetriebe konnten damit ihre Produktivität um 200 Prozent steigern und STIHL fuhr zweistellige Umsatzsteigerungen ein.

Andreas Stihl: Ein Unternehmer mit Weitblick
Andreas Stihl war nicht nur ein kreativer Erfinder, sondern ein Unternehmer, der seine Firma mit Weitblick führte. So hatte er schon früh den Weltmarkt im Blick und exportierte ab 1931 seine Produkte nicht nur in europäische Nachbarländer, sondern auch nach Russland und Amerika. Er knüpfte ein weltweites Netz von Importeuren und legte so den Grundstein für das heute global agierende Unternehmen. Zudem wandelte Andreas Stihl 1960 das Unternehmen in eine KG um und beteiligte seine vier Kinder, Hans Peter Stihl, Eva Mayr-Stihl, Gerhild Schetter (geb. Stihl) und Dr. Rüdiger Stihl, zu gleichen Teilen als Kommanditisten. Das war ein prägender Schritt für die Firmenentwicklung, denn so blieb das Unternehmen auch nach dem Tod von Andreas Stihl am 14. Januar 1973 ein unabhängiges Familienunternehmen. Doch nicht nur seine unternehmerische Weitsicht prägte die Firma, sondern auch seine soziale Verantwortung gegenüber den Beschäftigten. So führte Stihl frühzeitig eine Unterstützungskasse und eine Weihnachtsgratifikation ein. Noch heute sind freiwillige betriebliche Sozialleistungen für STIHL Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die über die tariflichen Regelungen hinausgehen, fester Bestandteil der Unternehmensphilosophie.

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  • Andreas Stihl mit seiner Belegschaft. Nicht nur seine unternehmerische Weitsicht prägte die Firma, sondern auch seine soziale Verantwortung gegenüber den Beschäftigten.
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    Foto: Staatliche Münzen Baden-Württemberg. Für seine herausragenden Leistungen wurde Andreas Stihl am 26. Oktober 2016 mit einer Kunstmedaille aus der Serie "Erfinder aus Baden-Württemberg" geehrt.

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