Baum des Jahres 2005 - Die Rosskastanie

Baum des Jahres 2005 - die Roskastanie

Das Kuratorium "Baum des Jahres" hat die Rosskastanie (Aesculus hippocastanum L) zum Baum des Jahres 2005 erklärt. Damit kürte das Kuratorium eine der beliebtesten Stadt-, Park- und Alleenbaumarten, die durch ihre verschiedenen Charakteristika über das Jahr hinweg besonders auffallend und interessant ist.

Blütenmeer und Schattenspender
Selbst Kinder kennen und lieben diese Baumart schon - ebenso wie Erwachsene, denn sie macht uns viermal im Jahr Freude: Im Winter mit ihren großen Knospen, im April beim Erscheinen der großen gefingerten Blätter, im Wonnemonat Mai mit ihrem orchideenhaften Blütenmeer und im Herbst mit goldfarbenen Blättern und großen glänzenden Samen (bis zu 20 g!). Sie ist der ideale Schattenspender in den Straßenwirtschaften und Biergärten.

Südländischer Baum
Die Heimat der Rosskastanie ist in den Mittelgebirgen Griechenlands, Albaniens und Mazedoniens zu finden. Dorthin hatte sie sich während der Eiszeiten zurückgezogen. Vorher war sie auch bei uns heimisch, hat aber die Rückwanderung nicht mehr geschafft - ebenso nicht wie die Esskastanie und die Walnuss. Erst der Mensch hat sie wieder nach Mitteleuropa gebracht. Inzwischen kommt sie bei uns sogar in Höhenlagen von über 1000 m vor. Sie wächst auch in Skandinavien. Rosskastanien können bis 2 m dick, 25 - 30 m hoch, und bis zu 300 Jahre alt werden.

Gefingerte Blätter
Am Habitus der Rosskastanie fällt schon von weitem ihre wolkige, "unregelmäßige" Kronenstruktur auf. Sie bildet große, auf Grund von Harzausscheidung glänzende Knospen, die kleben. Die Blätter stehen gegenständig am Spross und sind gefingert - 5 bis 7 Fiederblättchen, die alle vom Ende des Blattstiels ausgehen. Die Rosskastanie ist der einzige hier heimisch gewordene Baum, der über solche gefingerten Blätter verfügt. Die Blätter sind an der Ansatzstelle der Fiederblätter beweglich. Die Rosskastanie vollzieht einen Tag-Nacht-Rhythmus der Blattstellung.

Drehwüchsiger Stamm
Häufig erkennt man beim genauen Betrachten des Stammes mit seiner groben, grauen Schuppenborke, dass er drehwüchsig ist. Die Holzstrukturen sind nicht senkrecht orientiert sondern "verdreht". Unter Wissenschaftlern wird diskutiert, ob dieser Drehwuchs angeboren ist oder durch die Erddrehung bzw. durch das Wandern der Sonne bedingt sein kann.

Ampelregelung bei der Bestäubung
Der Baum präsentiert ein herrliches Blütenmeer. Wenn sich die Blüten Ende April oder Anfang Mai öffnen, tragen sie 5 auffällige cremig-weiße Kronblätter und sind zu Hunderten in verzweigten, großen, kerzenartigen, "leuchtenden" Blütenständen vereinigt. Weithin sichtbar leuchtet ein gelbes Mal, das sogenannte "Saftmal" an den beiden oberen Kronblättern. In den nächsten Tagen verändert sich die Farbe des Flecks in ein leuchtendes Rot. Dieser Wechsel ist nicht nur dekorativ sondern wirkt wie eine Ampel auf die bestäubenden Insekten, denn nur von den gelben Blüten wird Nektar produziert und von den Insekten angeflogen. Ist die "Ampel" auf rot geschaltet, ist die Nektarproduktion erloschen - der Besuch lohnt sich dann für Insekten nicht mehr. So stellt die Rosskastanie den gelenkten Besuch der bestäubungsbereiten bzw. Pollen spendenden Blüten sicher.

Hustenbonbon für Pferde
Die Rosskastanie ist nicht mit der Ess- oder Edelkastanie zu verwechseln - deren Früchte, die Maronen, für Menschen essbar sind, die Früchte der Rosskastanie aber nicht. "Sie hat das Wort Ross als Beinamen, weil sie erkrankten Pferden, besonders bei Husten und Wurmkrankheiten Erleichterung verschafft," das berichtete der Arzt Willem Quackelbeen 1557 aus der Hauptstadt des Osmanischen Reiches Konstantinopel, dem heutigen Istanbul, seinem Kollegen Pier Andrea Mattioli Leibarzt am Prager Hof. 1576 pflanzte Carolus Clusius, kaiserlicher Direktor der botanischen Gärten in Wien, die ersten Rosskastanienbäume. Von dort war die rasch wüchsige Rosskastanie schließlich am Ende des siebzehnten Jahrhunderts in ganz Europa angekommen.

Schädlinge
Unter den Insekten freut sich über diese Baumart derzeit wohl am meisten die Rosskastanien-Miniermotte, deren Larvenfraß in den Blättern ebenfalls braune Flecken hervorruft. Diese Schäden können so stark werden, dass ältere Bäume im Extremfall bereits Anfang August kahl werden, nachdem ihre Blätter zuvor wochenlang immer brauner geworden sind. Darauf reagieren die Bäume, indem einige im September erneut austreiben und blühen - mit der Folge, dass die jungen Sprosse nicht mehr winterhart werden und absterben. Außerdem sind die für das kommende Frühjahr entwickelten Blüten dann schon verbraucht und können nicht mehr zur Fruchtreife gelangen. So kann es im Extremfall dazu kommen, dass Rosskastanien im September blühen und gleichzeitig reife Früchte tragen. Diese Früchte sind an stark geschädigten Bäumen allerdings bis zu 50 % kleiner als normal.

(Quelle „Kuratorium Baum des Jahres)

Rosskastanie

Baumlexikon Rosskastanie

Baumlexikon Rosskastanie
STIHL Sägekette stumpf

5 Anzeichen für eine stumpfe Sägekette

Eine scharfe Sägekette ist das A und O, um mühsame Arbeit oder Verschleiß zu vermeiden. Ob Ihre Sägekette nachgeschärft werden sollte erkennen Sie an einfachen Anzeichen.

Weiter zur Checkliste

Cookies auf dieser Seite

Wir nutzen Cookies um Ihnen eine bessere Leistung und ein besseres Erlebnis bieten zu können. Wenn Sie fortfahren ohne Ihre Einstellungen zu ändern, nehmen wir an, dass Sie der Nutzung dieser Cookies zustimmen. Um mehr über die Verwaltung von Cookies zu erfahren, klicken Sie hier.

OK