Die Elsbeere, der Baum des Jahres 2011

Baum des Jahres 2011 - Die Elsbeere

Seitdem die Elsbeere nicht mehr als Brennholz genutzt wird, ist dieser alt gewohnte Energiebaum in Deutschland selten geworden. Die heutige Energienutzung aus fossilen Brennstoffen wie Kohle, Öl und Gas verdrängte die früher häufig verwandte Nutzbaumart. Heute fristet die Elsbeere in unseren Wäldern nur noch ein Schattendasein.

Verbreitungsgebiet
Das Verbreitungsgebiet der Elsbeere reicht vom Kaukasus bis nach Südengland, von Marokko bis nach Polen. Schwerpunkte des natürlichen Vorkommens finden sich in Frankreich und auf dem Balkan. In Deutschland ist die seltene Elsbeere, außer im nordwestdeutschen Tiefland, fast überall vertreten.


Es gab schon mal bessere Zeiten für dieses rasch nachwachsende Gehölz: Bis ans Ende des 19. Jahrhunderts bewirtschaftete man viele Wälder speziell für den Brennholzbedarf. Die noch jungen Bäume wurden gehauen, wenn sie etwa bierdeckeldick waren und schlugen dann wieder aus dem Stock aus. Das nannte man „Niederwaldwirtschaft". Da die Elsbeere zusätzlich Wurzelbrut bildet, deren Triebe nach einem Jahr bereits 1 m lang sein können, hat sie gute Startchancen. Wollte man einzelnes Bauholz erziehen oder Bäume mit speziellen Holzeigenschaften fördern (wie z.B. die Elsbeere wegen ihrer Härte), ließ man diese für die Brennholznutzung dem sogenannten „Mittelwald" als Bewirtschaftungsform stehen. Hier bekam die Halblichtbaumart durch die Freistellung mehr des von ihr so sehr benötigten Lichts und konnte zusätzlich Wurzelbrut entwickeln, sich also die Konkurrenz der Stockausschläge anderer Bäume „vom Stamm halten".
Seit Brennholz keine so große Rolle mehr spielt, gibt es kaum noch „Mittel- und Niederwaldwirtschaft". Durch den heute allgemein üblichen „Hochwald" werden die Schattenbaumarten gefördert. Eingemischte Solitärbäume wie die Elsbeere werden zurückgedrängt. Hier zeigt sich ein erstes Problem, warum dieses interessante Gehölz heute so selten geworden ist.
Der Klimawandel dürfte aber dazu führen, dass einige Schatten liebende Baumarten Probleme bekommen könnten und hiermit die Elsbeere wieder konkurrenzkräftiger. Sie erträgt Trockenheit im Sommer besser als die auf ähnlich gut nährstoffversorgten Böden wachsende Buche. Also wäre es klug schon jetzt Elsbeeren zu pflanzen!

Elsbeerholz
Elsbeerenholz ähnelt mit seinem leicht ins rötliche gehenden Farbton der Birne. Zäh und elastisch, fest und gut polierbar, ist das Elsbeerenholz gleichzeitig hart und schwer. Es wurde früher gerne für besonders stark beanspruchte Teile verwendet. Heute wird aus dieser widerstandsfähigen Baumart Furniere für Möbel hergestellt. Ihre samtige Oberfläche bietet eine besondere haptische Holz-Erfahrung, deshalb wird sie auch „Seidenholz" genannt.
 Die Preise liegen im Durchschnitt deutlich über den ansonsten höchstbezahlten Holzarten Bergahorn und Nussbaum.

Blüten
Die Elsbeere blüht erst ab 20 bis 25 Jahre. Ende Mai bis Anfang Juni erscheinen „Trugdolden" mit jeweils etwa 40 weißen Einzelblüten. Selbstbestäubung funktioniert bei der Elsbeere nicht.
Damit zeigt sich ein weiteres Problem, weshalb Elsbeeren so selten sind: Sie dürfen nicht allzu weit voneinander entfernt stehen, damit die bestäubenden Insekten mindesten zwei Bäume für die Befruchtung anfliegen können.

Blätter
Die Blätter der Elsbeere gleichen sich nicht wie ein Ei dem anderen. Manche wirken wie zu groß ausgefallene Weißdorn-Blätter (Verwechslung möglich), bei anderen sind die untersten Lappen viel stärker abgespreizt oder sogar zu einem eigenständigen Fiederpaar geworden. Junge Blätter sind auf beiden Seiten behaart, später nur noch die Blattnerven, während die Oberseite glänzend dunkelgrün erscheint.
Schöne Herbstfärbung: Ihr leuchtendes, zuweilen feuriges Rot geht über in orange und schließlich gelbe Töne.

Borke und Wurzeln
Die Borke ist anfangs aschgrau und glatt. Etwa ab dem 30. Lebensjahr reißt sie auf. Dann bilden sich durch nach außen aufgebogene Borkenschuppen die für alte Elsbeeren charakteristischen „Elsenlöckchen". Nach einem Start mit einer Pfahlwurzel wird ein Herzwurzelsystem mit einigen starken Wurzelsträngen ausgebildet. Der Durchmesser des Wurzelsystems ist deutlich größer als der der Krone. Bei Elsbeeren kommt es deshalb praktisch nie zu Verlust durch Sturmwurf.

Edle Früchte

Die Elsbeere nennt man wissenschaftlich Sorbus torminalis. Tormina bedeutet Bauchgrimmen. – Ihre Frucht hilft also gegen Bauchschmerzen und Durchfallerkrankungen. Sie wurde auch gegen Cholera und Ruhr verwendet und deshalb regional auch „Ruhrbirne" genannt. Im September, manchmal auch erst im Oktober sind die ca. ein Zentimeter großen Früchte reif. Anfangs sind sie gelblich, verfärben sich aber dann rötlich und in der Vollreife braun mit heller Punktierung. Sie sind anfangs hart, werden eine Woche nach der Ernte teigig und schmecken recht trocken, mehlig und säuerlich.
Die Ernte ist äußerst zeitaufwendig, da die Früchte nicht abfallen, sondern von langen Leitern aus hoch im Baum geerntet werden müssen. Elsbeeren lassen sich auch als Marmelade verarbeiten und man kann getrocknete Früchte im Müsli essen.

(Zitiert nach Kuratorium Baum des Jahres)

STIHL Sägekette stumpf

5 Anzeichen für eine stumpfe Sägekette

Eine scharfe Sägekette ist das A und O, um mühsame Arbeit oder Verschleiß zu vermeiden. Ob Ihre Sägekette nachgeschärft werden sollte erkennen Sie an einfachen Anzeichen.

Weiter zur Checkliste
STIHL Hoch-Entaster

Hoch-Entaster helfen

Hoch-Entaster helfen Ihnen bei der richtigen Pflege Ihrer Bäume. Mit bis zu 5 Meter Reichweite erreichen Sie auch hohe Gehölze mit Leichtigkeit.

Zum Produktkatalog

Cookies auf dieser Seite

Wir nutzen Cookies um Ihnen eine bessere Leistung und ein besseres Erlebnis bieten zu können. Wenn Sie fortfahren ohne Ihre Einstellungen zu ändern, nehmen wir an, dass Sie der Nutzung dieser Cookies zustimmen. Um mehr über die Verwaltung von Cookies zu erfahren, klicken Sie hier.

OK