Waiblingen, 28. April 2009, 28.04.2009

Familienunternehmen STIHL wächst auch 2008, spürt aber 2009 den weltweiten Konjunkturrückgang

Trotz schwieriger weltweiter Rahmenbedingungen konnte die STIHL Gruppe 2008 sowohl Absatz als auch Umsatz in gewissem Umfang steigern und Marktanteile in fast allen Produktgruppen hinzugewinnen. Bei einem Plus von 2,6 Prozent zum Vorjahr verbuchte das Unternehmen einen weltweiten Umsatz von 2.143 Millionen Euro. Mit unveränderten Wechselkursen hätte das Umsatzwachstum bei 5,4 Prozent gelegen.
Für 2009 rechnet das Unternehmen mit einem Umsatz deutlich unter Vorjahresniveau. „Als finanziell solides und unabhängiges Familienunternehmen verfolgen wir auch weiterhin unsere mittel- und langfristigen Ziele – wir halten Kurs. Gleichzeitig können wir sehr flexibel und kurzfristig auf Marktschwankungen reagieren und die Produktion anpassen", erklärte der STIHL Vorstandsvorsitzende, Dr. Bertram Kandziora, bei der Bilanz-Pressekonferenz am 28. April 2009.

Marktanteile gewonnen
Bei sinkendem Weltmarktvolumen konnte STIHL seine globale Marktposition mit steigenden Marktanteilen weiter ausbauen. Der Auslandsanteil am Umsatz erhöhte sich geringfügig gegenüber dem Vorjahr um 0,4 Prozentpunkte auf 88,7 Prozent. Das Unternehmen steigerte vor allem den Absatz von Motorsägen in Osteuropa, Nord- und Südamerika. Bei den Motorgeräten konnte der Absatz in einigen Ländern Westeuropas überdurchschnittlich erhöht werden. Rückläufig waren hingegen die Absätze von Trennschleifern in der US-amerikanischen, spanischen und britischen Bauwirtschaft. Das Tochterunternehmen VIKING wuchs um 27 Prozent auf 119 Millionen Euro Umsatz, wo-bei sich insbesondere das Geschäft mit den neu eingeführten Rasentraktor-Serien T5 und T6 positiv entwickelte.

Solide Eigenkapitalquote, Rekordinvestitionen
Von der Finanzmarktkrise ist STIHL nicht direkt betroffen; Investitionen konnten und können wie bisher aus Eigenmitteln finanziert werden. Wie in den Vorjahren verfügt STIHL mit einer Eigenkapitalquote von 60,3 Prozent einschließlich Genusskapital und Darlehen der EVA MAYR-STIHL STIFTUNG über eine solide Finanzstruktur. Die Investitionen lagen mit 189 Millionen Euro auf Rekordniveau und übertrafen das Vorjahr um 10 Prozent. Rund 83 Prozent der Investitionen entfielen auf die Produktionsgesellschaften.

Neues Geschäftsfeld mit Vergaserhersteller
Zum 31. Dezember 2008 hat STIHL den Vergaserhersteller Zama mit den Firmen Zama Japan KK und Zama Corporation, Ltd., Hongkong erworben. Zama ist mit einem Umsatz von ca. 50 Millionen Euro (2008) einer der weltweit größten Hersteller von Vergasern für handgetragene Motorgeräte und langjähriger Lieferant von STIHL. Mit dieser Übernahme eröffnet sich für STIHL ein neues Geschäftsfeld mit Wachstumspotential.

Weltweiter Personalstand steigt
Der weltweite Personalstand stieg im Vergleich zum Vorjahr um 3,2 Prozent auf 10.095 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, von denen rund 4.000 in Deutschland arbeiten. Hinzu kommen 1.389 Beschäftigte der übernommenen Zama-Firmengruppe, so dass zum Stichtag 31.12.2008 die Gesamtbelegschaft bei 11.484 lag.

Weniger Kraftstoff und Emissionen mit neuen Motoren
Die STIHL Produktpalette wurde um neue Modelle mit wesentlich verbesserter Funktion und Umweltverträglichkeit erweitert. So sparen die Motoren der neuen Freischneider-Familie im Einstiegssegment FS 40/50/56 in der Anwendung 20 Prozent Kraftstoff und damit ebensoviel CO2. Die Emissionsanforderungen für handgetragene Motorgeräte wurden in den USA und der EU weiter verschärft. STIHL entwickelte Motorkonzepte, mit denen die gesetzlichen Anforderungen bereits im Voraus erfüllt werden konnten.

Erwartungen in neues Produktsegment Akku-Technologie
„Mit unseren Rekordinvestitionen im letzen Jahr haben wir uns für den künftigen Wettbewerb gerüstet. 2009 werden wir das auch mit neuen Produkten beweisen. Unsere innovative Akku-Technologie kommt jetzt auf den Markt und ist ein Meilenstein in der STIHL Produktgeschichte. STIHL eröffnet mit den leistungsstarken Akku-Heckenscheren HSA 65 und HSA 85 ein neues Produktsegment", hob der Vorstands-vorsitzende Dr. Kandziora hervor. Auch VIKING wird 2009 einige neue Produkte auf den Markt bringen.

STIHL nutzt eigenen Fertigungs- und Vertriebsverbund
STIHL nutzt den eigenen weltweiten Fertigungs- und Vertriebsverbund, um die Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise abzufedern. Als die Absatzzahlen zu Jahresbeginn erkennen ließen, dass auch STIHL von der Weltwirtschaftskrise betroffen ist, wurde die Produktion im weltweiten Fertigungsverbund angepasst. Im deutschen Stammhaus werden Zeitkonten gesenkt - beispielsweise mit kollektiven Freischichten. Im Mittelpunkt der Bemühungen, Arbeitsplätze zu sichern, steht die Stammbelegschaft des Waiblinger Stammhauses. So wurde bereits im Dezember des Vorjahres beschlossen, 100.000 Motoreinheiten zur Beschäftigungssicherung im Stammhaus von Brasilien und den USA nach Deutschland zu verlagern. Um den weltweiten Absatz zu stärken, setzt STIHL mit der eigenen Vertriebsorganisation auf eine gezielte Marktbearbeitung. 81 Prozent des weltweiten Umsatzes tätigt das Unternehmen mit den eigenen 32 Vertriebsgesellschaften. Dieser Vertriebsverbund sowie die Vertriebsphilosophie über den Fachhandel ist eine besondere Stärke im Kampf um Marktanteile.

Stammhaus spürt Weltwirtschaftskrise besonders
Während in der STIHL-Gruppe 2008 insgesamt der Umsatz noch leicht stieg, zeigten sich im deutschen Stammhaus der ANDREAS STIHL AG & Co. KG bereits die Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise. Die schwache Baukonjunktur führte zu einem rückläufigen Bedarf an Trennschleifern und Profimotorsägen. Die Fertigung im Stammhaus ist im weltweiten Fertigungsverbund auf diese Modelle spezialisiert und spürt daher die Veränderungen in diesem Marktsegment besonders stark. Der Umsatz ging dementsprechend um 10 Prozent zurück auf 818 Millionen Euro. Die Gesamtbelegschaft des Stammhauses sank durch einen Rückgang bei befristet Beschäftigten im gewerblichen Bereich und bei Ferienaushilfen um 2,2 Prozent auf 3.750 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zum 31.12.2008. Davon arbeiteten zum Stichtag 2.804 in Waiblingen, 292 in Lud-wigsburg, 595 in Prüm-Weinsheim und 59 in Wiechs am Randen.

Arbeitsplätze der Stammbelegschaft gesichert
Im Gegensatz zur Gesamtbelegschaft des Stammhauses konnte 2008 das Stammpersonal auf 3.548 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erhöht werden. Allen geeigneten und interessierten Auszubildenden wurde ein unbefristetes Arbeitsverhältnis angeboten. Im vergangenen Jahr begannen 62 junge Menschen ihre Ausbildung im Stammhaus; insgesamt arbeiteten hier 211 Auszubildende am 31.12.2008. Auch für 2009 plant das Unternehmen, wieder auf hohem Niveau und über Bedarf auszubilden. Die Stammbelegschaft erhält für 2008 eine freiwillige Erfolgsprämie in Höhe von 60 Prozent eines Monatsgehalts (Vorjahr: 82 Prozent). Trotz der rückläufigen Gewinnentwicklung im Stammhaus beträgt die Verzinsung für Genussrechte der Mitarbeiter wie in den Vorjahren 10 Prozent. Auch der Firmenzuschuss für den Erwerb neuer Genussrechte bewegt sich unverändert auf höchstem Niveau – bei 200 Prozent. „Die Bausteine unserer Erfolgsbeteiligung liegen auch in diesem Jahr weit über dem Durchschnitt der deutschen Wirtschaft. Wir honorieren damit die hervorragende Leistung unserer Belegschaft", betonte Dr. Kandziora.

(Bei Abdruck Belegexemplar erbeten)

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