Holzunterstand bauen – so geht’s

Sie wollen Ihr Brennholz sicher und trocken lagern? Wir zeigen Ihnen, wie Sie einen Holzunterstand selber bauen.

Zurück zu den Wurzeln: Heizen mit Brennholz

Die Nutzung von Feuerholz ist fast so alt wie die Menschheit selbst und erfreut sich nach wie vor großer Beliebtheit. Das Heizen mit Brennholz ist dabei nicht nur schön, sondern bringt auch ganz praktische Vorteile mit sich: Weil bei der Verbrennung von Holz nur so viel Kohlendioxid freigesetzt wird, wie der Baum während des Wachstums aufgenommen hat, gilt das Heizen mit Holz als CO2-neutral. Zudem kann Brennholz angesichts steigender Energiepreise künftig eine attraktive Alternative zu Brennstoffen wie Gas oder Heizöl darstellen. 

Wer möchte, kann Brennholz selber sägen. Doch auch wenn Sie fertiges Kaminholz im Handel kaufen, sollten Sie darauf achten, das Brennholz richtig zu lagern. Denn nur trockenes Holz lässt sich im Ofen oder Kamin effizient und schadstoffarm verbrennen. In Deutschland ist eine Restfeuchte von weniger als 25 Prozent gesetzlich vorgeschrieben (§ 3 1. BlmSchV).  

Mann steht vor Brennholz, das in einem Stapel unter einem Dach gelagert wird.

Wenn Sie Ihr Brennholz selber schlagen, sollte es anschließend etwa zwei Jahre trocknen. Achten Sie jedoch darauf, Ihr Holz nicht länger als ungefähr 5 Jahre zu lagern, weil es sonst beginnt, an Heizwert zu verlieren.

Während von einer Lagerung im Keller oder Schuppen aufgrund der fehlenden Luftzirkulation abzuraten ist, eignet sich besonders ein Unterstand im Garten, um Ihr Brennholz ausreichend zu trocknen. Erfahren Sie noch mehr zur optimalen Lagerung von Brennholz.

Sie wollen Ihr Holz richtig lagern und scheuen sich nicht vor einer Herausforderung? 
Dann bauen Sie sich einen Holzunterstand doch einfach selber. In unserer Anleitung erfahren Sie, wie Sie mit der richtigen Ausrüstung und dem nötigen handwerklichen Geschick einen Holzunterstand selber bauen.  Für dieses Projekt sollten Sie etwas Zeit einplanen. Um den Holzunterstand zu bauen, ist mit einem Zeitaufwand von etwa ein bis zwei Tagen zu rechnen. 

Wenn Sie mit dem Bau im September beginnen, ist Ihr Holzstand rechtzeitig zur Heizperiode fertig, bevor der Holzhändler die Holzscheite liefert oder Sie ab Oktober mit dem Sägen von Brennholz beginnen. Wie Sie Ihr Brennholz anschließend richtig lagern, zeigen wir Ihnen am Ende dieses Artikels.

Holzunterstand bauen: die richtige Planung

Ebene Gartenfläche als idealer Standort, um einen Holzunterstand selber zu bauen

Wenn Sie einen Holzunterstand selber bauen möchten, sind zunächst einige vorbereitende Überlegungen notwendig.

An welchem Platz soll der Unterstand am besten stehen? Ist eine Baugenehmigung erforderlich?

Mit der richtigen Planung stellen Sie sicher, dass Sie die Herausforderung sicher und erfolgreich meistern – und der Holzunterstand seinen Zweck erfüllt.

Der ideale Standort für Ihren Holzunterstand

Damit Sie Ihren Holzunterstand effektiv nutzen können, sollten Sie bereits bei der Wahl des Standortes ein paar Dinge beachten. In Mitteleuropa herrscht in der Regel eine so genannte Westwindwetterlage, das heißt, Niederschläge gehen häufig aus westlicher Richtung nieder. Richten Sie daher, wenn möglich, die offene Seite nach Süden/Süd-Osten aus, damit sie vor Regen, Wind oder Schnee besser geschützt ist. Dies gilt besonders, wenn Sie einen Holzunterstand ohne Rückwand bauen möchten.

Ideal ist zudem ein Platz an der Südseite des Hauses. So nutzen Sie die Sonnenwärme, um dem Holz die Feuchtigkeit zu entziehen. Wenn Sie Ihren Unterstand an einer Hauswand aufstellen wollen, ist ein Abstand von etwa 10 Zentimetern zu empfehlen, um eine ausreichende Luftzirkulation zu gewährleisten. In diesem Fall sollten Sie jedoch die Dachneigung zur Front ausrichten, damit Tropfwasser nach vorne abfließen kann.

STIHL Tipp: Achten Sie darauf, dass Ihr Holzunterstand vom Haus aus gut mit der Schubkarre zu erreichen ist – so wird der Transport der Holzscheite zu Ihrem Ofen oder Kamin nicht zum Kraftakt.

Brauchen Sie für Ihren Holzunterstand eine Genehmigung?

Häufig ist der Bau eines Unterstandes, der ausschließlich zur Aufbewahrung von Kaminholz dient, in Deutschland verfahrensfrei. Je nach Größe und Nutzung kann jedoch eine Genehmigung erforderlich sein. Da sich die Regelungen von Gemeinde zu Gemeinde unterscheiden, sollten Sie im Zweifel bei Ihrem zuständigen Bauamt um Auskunft bitten, ob der Bau eines Holzunterstandes für Sie genehmigungspflichtig ist. Dort erfahren Sie auch, welche Grenzabstände Sie einhalten müssen.

Ist der richtige Standort für Ihren Holzunterstand gewählt und die Genehmigung geklärt, können Sie mit der Vorbereitung für den Bau beginnen.

Holzunterstand bauen: Vorbereitung

Material und Werkzeug wie die STIHL Akku-Motorsäge MSA 140 liegen im Garten bereit, um Holzunterstand selber zu bauen

Ein ambitioniertes Projekt wie der selbstgebaute Holzunterstand braucht eine entsprechende Vorbereitung. Neben der passenden Schutzkleidung legen Sie sich am besten bereits die Materialien und Werkzeuge bereit, die Sie benötigen, um den Holzunterstand zu bauen.

Hinweis: Falls Sie das benötigte Bauholz im Baumarkt nicht exakt in den unten angegebenen Maßen erhalten, entscheiden Sie sich stets für die nächstgrößere, nicht für die kleinere Stärke.

Bauanleitung: Holzunterstand

Unsere Schritt-für-Schritt-Anleitung zeigt Ihnen, wie Sie bei dem Bau Ihres Holzunterstandes vorgehen.

Hinweis: Wird der Kaminholzunterstand auf einer Pflaster- oder Betonoberfläche stehen, können Sie die Schritte 1 bis 3 überspringen.

STIHL Tipp: Um Ihren Holzunterstand vor verschiedenen Einflüssen zu schützen, verwenden Sie für den Bau am besten vorimprägniertes Holz.

So pflegen Sie Ihren Holzunterstand

Wenn Sie den Holzunterstand bauen, benutzen Sie dafür am besten imprägniertes Holz. So ist eine direkte Pflege nicht nötig. Fegen Sie im Herbst jedoch das Laub vom Dach und entfernen Sie im Frühjahr gegebenenfalls Moos.

Brennholz lagern: die richtige Aufbewahrung im Holzunterstand

Mit dem Bau Ihres Holzunterstands ist der erste Schritt getan, damit Sie Ihr Brennholz lagern können. Nun kommt es jedoch darauf an, das Holz richtig zu stapeln, damit die Luft dazwischen gut zirkulieren kann. Nur so können Sie sicher gehen, dass nach einer Lagerung von etwa zwei Jahren die vorgeschriebene Restfeuchte von weniger als 25 Prozent erreicht wird. Denken Sie daran: Hartholz benötigt zur Trocknung länger als Weichholz, ist dafür jedoch weniger empfindlich gegenüber Wettereinflüssen.

STIHL Profi-Tipp: Besorgen Sie sich im Baumarkt ein Feuchtemessgerät. Mit diesem erfahren Sie innerhalb weniger Sekunden, ob das Brennholz trocken genug ist, um es effizient und umweltfreundlich zu verbrennen. 

Wenn Sie Brennholz lagern, legen Sie am besten vorne in der untersten Reihe einige Holzscheite quer, damit Ihnen das gelagerte Holz nicht entgegenkommt, wenn Sie ihr Holz hoch stapeln. Anschließend stapeln Sie Ihr Brennholz locker übereinander. Bei selbst gesägten Stämmen sind die Scheite naturgemäß unregelmäßig und liegen somit nicht zu dicht aneinander. Durch die kleinen Zwischenräume ist eine ausreichende Luftzirkulation gewährleistet, damit das Holz trocknen kann. Achten Sie stets darauf, dass Ihr Kaminholz keinen Kontakt zum Erdboden oder zu Ästen und Zweigen hat.

Mann stapelt Brennholz richtig im selbstgebauten Holzunterstand

Häufige Fragen und Antworten

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