Zypressen schneiden

Zypressen reagieren empfindlich auf Schnitte ins Altholz. Hier erfahren Sie, wie Sie Zypressen richtig schneiden und wann es erlaubt ist.

Zypressenhecke an einem Gartengrundstück
Ein regelmäßiger Schnitt hält Zypressenhecken in Form.

Übersicht: Zypressen schneiden

  • Einmal im Jahr Zypressen schneiden, um die Hecke in Form zu halten

  • Solitärpflanzen benötigen in der Regel keinen Schnitt

  • Bei Zypressen niemals ins Altholz schneiden – kein Neuaustrieb! 

  • Heckenschere mit scharfen Messern für Formschnitt im Juni verwenden

  • Formschnitt-Figuren (Topiaries) zweimal im Jahr mit Strauchschere in Zypresse schneiden

  • Zypressen erst kürzen, wenn gewünschte Wuchshöhe erreicht ist

Wann sollte und darf man Zypressen schneiden? 

Das Wachstum und das Bundesnaturschutzgesetz geben vor, wann Sie Zypressen schneiden sollten und dürfen. Haben Sie in Ihrem Garten einen Solitärbaum, müssen Sie die Zypresse erst schneiden, wenn sie Ihnen zu hoch wird. Eine Zypressen-Hecke schneiden Sie hingegen ein- bis zweimal im Jahr, um sie blickdicht und in Form zu halten. Der ideale Zeitpunkt, um Zypressen leicht zu schneiden, ist um den 24. Juni, wenn die Wachstumsphase abgeschlossen ist.

Sind Ihre Zypressen zu hoch geworden, können Sie sie Ende Februar auf die gewünschte Höhe kürzen. Wählen Sie einen möglichst frostfreien und bewölkten Tag mit trockenem Wetter aus. So verkraften die Pflanzen den beherzten Schnitt am besten.

Ein Mann auf einer Leiter schneidet an einem sonnig-bewölkten Tag eine Zypressenhecke

Ein milder, bewölkter Tag ist perfekt für den Zypressenschnitt.

Bei zu starkem Sonnenschein können die Schnittstellen verbrennen, während Regen sowohl Pilze als auch Infektionen verursachen kann. 

Rechtlich spielt der Zeitraum vom 01. März bis einschließlich 30. September eine wichtige Rolle. Das Bundesnaturschutzgesetz verbietet in Paragraph 39 Absatz 5 in dieser Zeit das starke Schneiden von Hecken und Gehölzen. Dies gilt auch für Zypressen.

Es ist also aus Tierschutzgründen, insbesondere zum Schutz von Vögeln, verboten, Zypressen stark zu schneiden. Sie dürfen in dieser Zeit lediglich leichte Formschnitte vornehmen, wenn keine Vögel darin nisten. Suchen Sie die Zypressen deshalb auf Vögel ab, bevor Sie mit der Arbeit loslegen.

Zypressen richtig schneiden 

Mit dem richtigen Werkzeug und ein paar nützlichen Tipps sind Sie bestens vorbereitet, um Zypressen zu schneiden und Ihre Hecke dauerhaft in Form zu halten.

Vorsicht vor giftigen Trieben

Zypressen enthalten giftige Stoffe, die bei Verzehr zu Vergiftungserscheinungen und bei Berührung zu Hautreizungen und Entzündungen führen können. Tragen Sie beim Schneiden von Zypressen deshalb jederzeit Handschuhe und Ihre persönliche Schutzausrüstung.

Zypresse mit sichtbarem braunem Altholz nach Radikalschnitt

Zypressen vertragen keinen Schnitt ins Altholz.

Zypressen radikal schneiden 

Grundsätzlich mögen Zypressen keine beherzten Schnitte. Ein Radikalschnitt kann sogar dazu führen, dass die Pflanze eingeht. Anstatt Zypressen radikal zu schneiden, ist es deshalb bei Zypressen-Hecken ratsam, jährliche Formschnitte vorzunehmen. Auch große Solitär-Zypressen treiben nach einem Radikalschnitt in der Regel nicht erneut aus.

Wenn Sie eine Zypresse in der Höhe kürzen, bleibt diese Höhe nahezu erhalten – lediglich die nach oben wachsenden Seitentriebe überdecken später die Schnittstelle des Haupttriebs. Gehen Sie deshalb behutsam vor und vermeiden Sie es, eine Zypresse radikal zu schneiden. 

Zypressen in Form schneiden 

Zypressen lassen sich gut in Form schneiden, wenn Sie unsere Formschnitt-Tipps beachten. In einer Hecke eignet sich die Trapezform – unten breiter, oben schmaler – ideal, damit die Pflanzen gleichmäßig Licht bekommen, gesund wachsen können und blickdicht bleiben. 

Vorsicht vor zu beherzten Schnitten beim Zypressen-Formschnitt: Zypressen verzeihen in der Regel keine Schnitte ins Altholz. Im Gegensatz zu Eibe, Kirschlorbeer oder Buchsbaum treiben Koniferen wie Thuja und Zypressen nach zu starken Rückschnitten nicht erneut aus. Die Stellen bleiben meist kahl und unansehnlich. Gehen Sie daher behutsam vor und kürzen Sie die Zypressen-Triebe nur leicht. Gleichmäßige Ergebnisse bekommen Sie, wenn Sie Zypressen von oben nach unten schneiden. So können sich die elastischen Zweige nicht wegbiegen.

Leiter an einer hohen Zypressenhecke unter blauem Himmel
Der Zypressenschnitt erfordert Behutsamkeit.

Auf diese Weise lassen sich sogar Solitärpflanzen in künstlerische Formen schneiden, sogenannte Topiary-Figuren. Kugeln, Wolken, Spiralen und Kegel gehören zu den beliebtesten Formen, in die Sie Zypressen schneiden können. Greifen Sie in solch einem Fall zu einer handlichen Strauchschere wie der STIHL HSA 26, deren kurze Schnittlänge in Kombination mit dem ergonomischen und gummierten Griff sich bestens für präzise Detailschnitte eignet. 

 Zypressen kürzen

Zypressen in der Höhe zu kürzen, wirkt sich auf das spätere Wachstumsverhalten aus. In der Spitze befinden sich für das Höhenwachstum verantwortliche Zellen. Wenn Sie eine Zypresse kürzen und diese Zellen dadurch entfernen, wird die Zypresse in der Folge im Normalfall nicht weiter in die Höhe wachsen, sondern verstärktes Breitenwachstum zeigen. 

Dicht wachsende Zypressen in einer Reihe

Regelmäßige Formschnitte sichern die gewünschte Breite.

Dies kann wiederum bedeuten, dass die Pflanzen von innen schneller verkahlen und kaum noch Sichtschutz bieten. Nach dem Kürzen sind regelmäßige Formschnitte deshalb umso wichtiger.

Kürzen Sie Zypressen also erst dann, wenn diese die gewünschte Wuchshöhe erreicht haben. Der ideale Zeitpunkt dafür ist an einem frostfreien, trockenen und bewölkten Tag Ende Februar. Die Zuwächse der kommenden Wachstumsphase überdecken die Schnittstellen zeitnah.

Zypressen pflegen 

Zur Pflege von Zypressen gehört einerseits das regelmäßige Schneiden der neuen Triebe. Um Zypressen bestmöglich zu pflegen, entfernen Sie andererseits abgestorbene, vertrocknete oder kranke Zweige, sobald Sie diese erkennen. 

Darüber hinaus ist es empfehlenswert, Zypressen zu düngen. Zu optimalem Wachstum und Pflanzengesundheit trägt eine Gabe organischen Langzeitdüngers im Frühjahr bei. Bei besonders sandigem Boden können Sie im Juni, spätestens aber im Juli eine zweite Gabe verabreichen. Im September oder Oktober versorgen Sie insbesondere Jungpflanzen mit Kalium-Dünger, um sie widerstandsfähiger gegen Kälte und Frost zu machen. Noch mehr Informationen zur richtigen Nährstoffversorgung Ihrer Hecke bekommen Sie in unserem Ratgeber „Hecke düngen“. 

Ebenso wichtig wie die richtige Nährstoffzufuhr ist es, bei Zypressen den Wasserbedarf ganzjährig zu decken. Der Boden sollte stets feucht gehalten werden, da Zypressen nicht austrocken dürfen. Staunässe vertragen sie wiederum nicht. Bereiten Sie den Boden deshalb schon vor dem Pflanzen von Zypressen entsprechend vor, indem Sie bei sehr lehmigen Böden oder bei Topfhaltung beispielsweise eine Drainage anlegen. Denken Sie auch im Winter daran, Ihre Zypressen feucht zu halten. An frostfreien Tagen gießen Sie am besten mit leicht angewärmtem Wasser.

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