Rankhilfe selber bauen

Als Stütze für Kletterpflanzen und Obst: Dieser Ratgeber zeigt, wie Sie für Ihre Pflanzen eine passende Rankhilfe selber bauen.

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Wann ist es sinnvoll, eine Rankhilfe zu bauen? 

Rankgerüste, Rankgitter und Spaliere sind beliebte Instrumente, mit denen Sie Ihr Grundstück nicht nur funktionell, sondern auch dekorativ gestalten können. Sie sind wichtige Begleiter vieler Kletterpflanzen, Obstsorten und Beeren. Konstruktionen aus Holz, Seil oder Draht geben den Pflanzen den nötigen Halt, um artspezifisch in die Höhe oder Breite zu wachsen.

Besonders in kleineren Gärten ist es sinnvoll, Rankhilfen zu bauen, da sie den Gartenraum nach oben hin erweitern. So bringen viele Obstbäume auch am Spalier reichlich Ernte, ohne dabei viel Platz einzunehmen. Das Tolle daran: Da sich die Früchte gegenseitig nicht mehr verdecken und besser an die Sonne kommen, hat das Spalierobst oft eine höhere Qualität.

Rankhilfen und Spaliere sind zudem hervorragende Deko-Elemente. An Rankgittern wachsende Kletterpflanzen bilden eine grüne Tapete, die unscheinbare Hauswände und Zäune verschönert. Frei stehende Spaliere finden oft Verwendung als Trennelemente auf dem Grundstück

Kletterpflanzen und passende Rankhilfen

Rankhilfen haben verschiedene Formen und Größen und bestehen meist aus Metall, Holz, Seil oder Kunststoff. Wie Sie eine Rankhilfe bauen, hängt von der Pflanzenart und ihren Eigenschaften ab:

Pflanzenart Eigenschaften Passende Rankhilfen
Ranker
(z. B. Klematis, Erbse, Echter Wein, Glockenrebe)

Ranken vertikal nach oben. 

 

Korkenzieherartig verdrehte Rankorgane. 

 

Die Stängel und zu Halteorganen umgebaute Sprossranken oder Blattstiele umschlingen Objekte, die Halt bieten. 

 

Auf Rankhilfe angewiesen.

Rankhilfen mit etwa gleich vielen vertikalen und senkrechten Elementen, die nicht zu weit auseinanderliegen.

 

Feingliedrige Ranksysteme aus Seil.

 

Senkrecht verlaufende Stäbe, Draht oder Seil mit geringem Durchmesser. So finden die kurzen Rankorgane genügend Halt.

 

Gitterartige Kletterhilfen.

 

Leichte Bambusspaliere für Kübelpflanzen.

 

Selbstklimmer
(z. B. Efeu, Wilder Wein, Kletterhortensie, Trompetenblume) 

Bilden Haftwurzeln, mit denen sich die Pflanzen an Wänden, Bäumen und Gegenständen halten.

 

Rankhilfen sind optional: Aber zu empfehlen, wenn das Mauerwerk geschützt werden soll. Denn die Reste und Spuren der Pflanzen lassen sich schwer von der Oberfläche, auf der sie haften, entfernen.

 

Rankhilfen schützen Hausfassaden und Oberflächen vor Beschädigungen.

 

Die Stiele verholzen und werden schwer.

 

Stabile, belastbare Seilspannsysteme.

 

Rankgerüst oder Rankgitter aus Holz.

Spreizklimmer
(z. B. Kletterrosen, Brombeeren, Klematis, Winterjasmin, Spalierobst) 

Oft schwere Triebe, die oft Dornen, Stacheln und Seitenzweigen haben oder in sich sparrig sind.

 

Keine Haftorgane: Die Triebe werden von Hand in die Rankhilfe eingeflochten und bei Bedarf festgebunden.

Mittlere bis massive Rankgitter oder Seilsysteme mit überwiegend horizontaler Ausrichtung.

 

Schnüre oder spezieller Polsterdraht bieten zusätzlichen Halt.

 

Rosenbogen.

 

Schlinger
(z. B. Feuerbohne, Hopfen, Geißblatt, Kiwi, Blauregen, Akebie, Pfeifenwinde)

Die Triebe wachsen nach oben und winden sich spiralförmig um Objekte, die Halt bieten.

 

Auf Rankhilfe angewiesen.

 

Es gibt rechts- und linkswindende Schlinger. Beim Aufleiten auf diese Eigenschaft der Pflanze achten und in ihre natürliche Richtung wickeln, sonst fällt sie von der Rankhilfe ab.

 

Senkrecht sowie diagonal ausgerichtete Rankhilfen.

 

An glatten Stangen sind regelmäßige Querverbindungen wichtig, sonst rutschen die Triebe ab.

 

Für einjährige Schlinger (z. B. Feuerbohne) reichen leichte Bambusstäbe oder Seile.

 

Für Starkschlinger (z. B. Blauregen) sind stabile, kräftige Stäbe und Gerüste notwendig.

 

Rankgitter sind nicht notwendig.

 

Passende Rankhilfe bauen

Von einem einzelnen, senkrecht aufgestellten Stab bis hin zu komplexen Seilsystemen: Rankhilfen unterscheiden sich in ihrer Optik, Stabilität und Ausrichtung. Deshalb ist jede einzelne auf ihre Art und Weise für einige Pflanzen besser geeignet als für andere.

Folgende Abschnitte stellen fünf Varianten vor und helfen Ihnen eine passende Rankhilfe selber zu bauen.

Bewachsenes Holzspalier zwischen grünen Büschen, davor Gartentisch und zwei Stühle

Spalier bauen

Ein Spalier ist eine stabile Form der Rankhilfe und eignet sich bestens für mehrjährige Pflanzen, die in die Höhe und Breite wachsen. Anstelle von Hecken und Zäunen bieten bewachsene Spaliere im Sommer einen hervorragenden Sichtschutz. Zudem ermöglichen Sie die Begrünung von Hauswänden und Mauern mit Rankern und Schlingern.

So bauen Sie ein Spalier selber

Mithilfe von Spalieren lassen sich selbst auf kleinen Grundstücken platzsparend Zierpflanzen und Obstbäume pflanzen. Nach Wunsch ist es möglich, die Pflanzen in einer bestimmten Form zu erziehen: Palmette, U-Form oder Fächer gehören zu den einfachen Erziehungsformen, die leicht zu erzielen und zu pflegen sind.

Wir zeigen, wie Sie das Grundgerüst eines Spaliers bauen, das sowohl frei stehen als auch an der Wand befestigt werden kann:

Im Garten frei stehende Spaliere eignen sich gut für Kernobst wie z. B. Äpfel und Birnen oder auch Himbeeren.

  • Schlagen Sie dafür stabile Pfähle fest in den Boden, in einem Abstand von zwei bis drei Metern. 
  • Nun füllen Sie die Zwischenräume des Gerüsts: Für leichtere Pflanzen spannen Sie Drahtseile zwischen den Pfosten. Um sicherzugehen, dass der straff gespannte Draht die Pfosten nicht einfach zur Seite zieht, können Sie die Pfähle auch einbetonieren. 
  • Für schwerere Pflanzen befestigen Sie mehrere Holzlatten an den Pfosten. Falls nötig, schneiden Sie diese mit einer kleinen Säge (z. B. STIHL Akku-Gehölzschneider GTA 26) auf die gewünschte Länge zu. Je nach Pflanzenart beachten Sie die Abstände zwischen den einzelnen Seilen und Latten. 
  • Im Anschluss befestigen Sie die Pflanze in der gewünschten Erziehungsform an dem Spalier.

 

Wandspaliere bieten ideale Reifebedingungen für Steinobst wie Pfirsiche, Aprikosen oder für Feigen, die einen geschützten Platz an einer Südwand lieben. Auch Kernobst und Zierpflanzen (z. B. Klematis) wachsen auf Wandspalieren, allerdings sollten Sie dafür auf die Ost- oder Westseite ausweichen.

  • Für große Obstbäume befestigen Sie 5 x 5 Zentimeter große Kanthölzer senkrecht an der Wand, mindestens 40 Zentimeter über dem Boden. 
  • Darüber bringen Sie waagerecht entweder Dachlatten mit den Maßen 24 x 48 Millimeter oder 3 x 3 Zentimeter dicke Kanthölzer an. Auch straff gespannte Drahtseile eignen sich hierfür gut. Damit sich die Seile im Sommer nicht überhitzen, wählen Sie einen mit Kunststoff ummantelten Draht. Je nach Pflanzenart beachten Sie die Abstände zwischen den einzelnen Seilen und Latten. 
  • Im Anschluss befestigen Sie die Pflanze in der gewünschten Erziehungsform an dem Spalier. Für verputzte Hauswände, die zwischendurch gestrichen werden, sind abnehmbare Spaliere besonders praktisch.

 

Zweige mit Birnen vor einem dunkelgrünen Spalier an einer hellen Wand

Für welche Pflanzen eignet sich ein Spalier?

Spaliere eignen sich für selbst angebautes Gemüse und Obst. Es ist eine stabile und langlebige Rankhilfe und kann universell eingesetzt werden. Spaliere ermöglichen es außerdem, wärmeliebendes Obst, wie etwa Aprikosen und Feigen auch in kühlen Regionen anzubauen: Dazu sollte das Spalier einfach windgeschützt und in Richtung Süden positioniert sein.

Übrigens: Das an der geschützten Südwand wachsende Spalierobst bietet einen warmen Unterschlupf und eine reiche Nahrungsquelle für Vögel und Insekten – eine tolle Art, um Ihren Garten tierfreundlich zu gestalten.

Für alle, die gerne tatkräftig an die Arbeit gehen

Pergola aus Holz als Rankhilfe zwischen grünen und blühenden Sträuchern im Garten

Pergola als Rankhilfe selber bauen

Die Pergola ist eine Konstruktion aus Stützsäulen und einem Dachgitter. Sie wird häufig aus Metall oder Holz gebaut und dient außerdem für Pflanzen mit großem Eigengewicht als Rankhilfe. Reichlich begrünt ist eine Pergola eine geschützte Ruhezone und ein willkommener Schattenspender im Garten.

So bauen Sie eine Pergola selbst

Setzen Sie mindestens vier Pfosten aus witterungsbeständigem Material in den Boden ein. Eine leistungsstarke Kettensäge erleichtert Ihnen die Arbeit an einem Rankgerüst aus Holz. Mit ihr bringen Sie die Balken auf die gewünschte Länge. Bei Pergolen aus Holz empfiehlt es sich, die Pfosten auf verzinkten Metallfüßen aufzustellen, um direkten Bodenkontakt zu vermeiden.

Bringen Sie zwei parallele Querbalken so an, dass sie jeweils zwei der Pfosten miteinander verbinden. Nun befestigen Sie beliebig viele Dachbalken senkrecht auf den Querbalken. Für einen besseren Sichtschutz bauen Sie zusätzlich an den Seitenflächen eine Rankhilfe aus Drahtseil.

Im Anschluss begrünen Sie die Pergola mit Pflanzen Ihrer Wahl.

Mit Blauregen bewachsene Pergola aus Holz

Für welche Pflanzen eignet sich eine Pergola?

Eine Pergola ist eine belastbare Rankhilfe, die von Schlingern und Spreizklimmern berankt wird. Sie bietet vielen Kletterpflanzen wie Klettertrompeten und Weinreben einen sicheren Halt. Eine Pergola bringt prachtvolle Rosen oder Blauregen gekonnt in Szene – ein äußerst schöner Anblick während der Blütezeit.  

Rosenbogen selber bauen

Der romantische Klassiker unter Klettergerüsten – ein Rosenbogen aus Metall, Holz oder Draht. Er wird häufig im Eingangsbereich oder als Trennelement zwischen zwei Zonen im Garten genutzt. Diese zeitlose Rankhilfe zu bauen geht schnell und dabei sind verschiedene Ausführungen möglich.

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So bauen Sie einen Rosenbogen selber

Als Erstes wählen Sie das Material, aus dem der Rosenbogen bestehen soll. Da das Gerüst in einigen Jahren vollständig bewachsen sein wird, spielt die Qualität und Robustheit des Materials die übergeordnete Rolle. Größere Rankhilfen bauen Sie aus wetterfestem Holz. Auch Moniereisen können Sie zu einer stabilen Konstruktion biegen oder biegen lassen. Alternativ lassen sich Rankhilfen aus dickeren Ästen selber bauen, die Sie auf dem eigenen Grundstück oder als Leseholz im Wald finden.

Nun entscheiden Sie, welche Form die Konstruktion haben soll. Dabei kann das Dach gerade, bogenartig oder giebelförmig sein. Verankern Sie die beiden Enden des Rosenbogens fest im Boden. Für mehr Stabilität betonieren Sie die Enden ein – so bleibt Ihr Rosenbogen selbst bei starken Windböen an seinem Platz.

Dunkelviolette Klematis vor einer hölzernen Rankhilfe

Für welche Pflanzen eignet sich ein Rosenbogen?

Kombinieren Sie verschiedene Kletterpflanzen geschickt, wird der Rosenbogen immer prächtig bewachsen sein. 

Blühende Arten lösen sich ab, und sobald die Blütezeit der einen Schönheit vorbei ist, ist die nächste an der Reihe – Klematis und verschiedene Rosensorten sind dafür beliebte Kandidaten. Setzen Sie jeweils zwei Pflanzen pro Seite.

Achten Sie bei der Wahl auf die Wuchsstärke der Pflanzen: Kräftig wachsende Kletterrosen, wie zum Beispiel die „Goldfassade“, reichen problemlos bis zum Dach und bilden so eine prächtige Blütengirlande. 

Außerdem bestimmt der Standort des Rosenbogens Ihre Pflanzenwahl. Informieren Sie sich im Fachhandel, ob die Kletterpflanze es gern windgeschützt, sonnig, halbschattig oder schattig mag.

Apfelbaum an einer Rankhilfe aus Drahtseilen

Rankhilfe aus Drahtseil selber bauen

Rankhilfen aus Drahtseil sind aus vielen Gründen beliebt. Zum einen sind sie belastbar und rostfrei, was sie äußerst strapazierfähig macht. Zum anderen sind sie leicht anpassbar, was Ihnen bei der kreativen Gestaltung der Rankhilfe individuellen Spielraum lässt. 

Drahtseile können sowohl bei Spalieren als auch bei Pergolen zur Anwendung kommen. Manche Rankhilfen, wie etwa Seilsysteme, bestehen komplett aus Draht.

So bauen Sie ein Seilsystem aus Draht selber

Seilsysteme können auf verschiedene Art und Weise an einer Wand oder an Holzpfählen befestigt werden. Suchen Sie sich zunächst einen geeigneten Ort für das Seilsystem aus. Verlegen Sie die Seile in gewünschter Anordnung und befestigen Sie sie jeweils über einen Drahtspanner an der Wand oder dem von Ihnen ausgewählten Gerüst. 

Die Montagestelle oder das Gerüst müssen stabil sein, um der Zugkraft des gespannten Seilsystems standhalten zu können. Anschließend spannen Sie das Seilsystem.

Für welche Pflanzen eignet sich eine Rankhilfe aus Drahtseil?

Rankhilfen aus Drahtseil eignen sich für alle gängigen Kletterpflanzen, von Rankern bis zu Schlingern. Informieren Sie sich allerdings vorab, welche Anordnung den Anforderungen Ihrer Kletterpflanze entspricht.

Rankgitter aus dunkelbraunem Holz, halb mit dunkelgrünen Blättern bewachsen

Rankgitter selber bauen

Das Rankgitter ist eine mögliche Aufbauform von Spalieren, Pergolen und Seilsystemen. Der Vorteil dieser Gitterform ist, dass sich die Pflanzen so netzartig in die Länge und Höhe ausbreiten können. 

Eine dicht bewachsene Rankhilfe sieht nicht nur gut aus, sondern taugt auch wunderbar als Sichtschutz zu einem benachbarten Grundstück.

So bauen Sie ein Rankgitter selber

Bilden Sie einen Rahmen aus mindestens zwei Stützen aus Holz, Bambus, Metall oder Kunststoff. Befestigen Sie Holzleisten, Metallstangen, Drahtseile oder Schnüre dazwischen und ordnen Sie diese in einem Kreuzraster an. 

Beim Bau eines Rankgitters achten Sie darauf, die Abstände zwischen den Elementen kleiner zu halten. Verankern Sie Rankgitter, die im Boden oder einem Pflanzengefäß stehen, anschließend fest.

Für welche Pflanzen eignet sich ein Rankgitter?

Vor allem Pflanzen mit schwerem Stammgerüst, wie etwa Spreizklimmer, sind auf ein belastbares Gittersystem angewiesen. Eine feinmaschige Gitterstruktur bietet auch den leichteren Blattstielrankern ausreichend Möglichkeiten zum Festhalten.

Upcycling-Rankhilfe aus alten Plastikflaschen an einer Schnur

Eine Upcycling-Rankhilfe selber bauen

Upcycling (zu Deutsch "Wiederverwertung") ist auch im Garten zu einem Trend geworden. Sie wollen bereits vorhandene Gegenstände oder Materialien wiederverwerten? Großartig! Alte Leitern, Flechtkörbe, Zaunreste, Möbel oder Gartengeräte ergeben tolle Rankhilfen und bekommen so ein zweites Leben. 

Zusammenfassung: Rankhilfe selber bauen

  • Rankhilfe als Halt für Kletterpflanzen, um artspezifisch zu wachsen
  • Bepflanztes Rankgitter: Schattenspender und Trennelement, Sicht- und Windschutz

  • Größe, Form und Material der Rankhilfe variieren je nach Pflanzenart

  • Mögliche Formen: einzelne Stäbe, komplexe Seilsysteme, Spaliere, Pergolen, Rosenbögen und Rankgitter

  • Spaliere: stabile Rankhilfen aus Metall, Holz, Draht oder Seil

  • Rankgitter: netzartige Gerüste, damit Pflanzen in verschiedene Richtungen ranken

  • Rankhilfen aus Drahtseil: strapazierfähig, einzeln als Seilsystem oder bei Spalieren und Pergolen

  • Reichlich begrünte Pergola für schwere Kletterpflanzen (z. B. Weinreben)

  • Günstige Alternativen: alte Leiter