In 8 Schritten ein winterfestes Igelhaus bauen

Ihr niedlicher Nachbar für den Winter: Wir zeigen, wie Sie in Ihrem Garten ein gemütliches Igelhaus bauen.

Wie überwintern Igel und wie können Sie ihnen dabei helfen?

Im Spätherbst begeben sich Igel auf die Suche nach einem warmen und geschützten Winterquartier. Zu ihren natürlichen Verstecken zählen alte Baumstämme sowie Laub- oder Reisighaufen. Bemerken Sie in Ihrem Garten kleine Laubhäufchen, lassen Sie diese bis zum Frühjahr liegen. Eventuell hat sich dort bereits ein Igel einquartiert und Sie könnten sein Zuhause aus Versehen zerstören.

Besondere Vorsicht gilt auch beim Rasenmähen und Heckenschneiden, denn die nachtaktiven Igel verstecken sich tagsüber gern unter Sträuchern.

Vor Wintereinbruch, wenn Sie Ihren Garten winterfest machen, haben Sie die Chance, ihn igelfreundlich zu gestalten. Sammeln Sie dazu Grünschnitt und Laub in einer Ecke Ihres Gartens, damit ein Igel dort ungestört überwintern kann.

Aber auch über ein Igelhaus, das Sie selber bauen, freuen sich die Tiere. Mit unserer Anleitung geht es zum Glück schnell und ohne viel Aufwand. 

Dürfen Sie Igel im Winter füttern?

Bevor sie ihren Winterschlaf halten, müssen sich Igel eine ordentliche Fettschicht anfressen. Vor allem Jungigel und Igelweibchen gehen deshalb von September bis Dezember intensiv auf Futtersuche. Für Igelmännchen dagegen beginnt der Winterschlaf bereits im Oktober. 

Sie können den Tieren helfen, indem Sie im Garten Schüsseln mit etwas Katzenfutter und Wasser aufstellen. Milch ist für die Tiere streng verboten und führt zu starkem Durchfall. Allerdings sollte das Futter nur als Notration gedacht sein, denn wie jedes Wildtier sollte sich ein freilebender Igel sein Essen selbst besorgen. Außerdem könnte die ständige Nahrungszufuhr Igel von ihrer Winterruhe abhalten.

Ab und zu wachen Igel aus Ihrem Winterschlaf auf, manche verlassen sogar ihr Nest. Begegnen Sie im Winter einem aktiven Igel, sollten Sie beobachten, ob das Tier Anzeichen für Krankheiten oder andere Probleme (z. B. Verletzungen oder Unterernährung) aufweist. Ist dies der Fall, kontaktieren Sie die zuständigen Fachstellen.

Igel: Überwinterung im Haus

Igel sind nach dem Bundesnaturschutzgesetz eine besonders geschützte Tierart und dürfen weder getötet noch verletzt oder gefangen werden. Die beste Hilfe, die Sie einem gesunden Igel daher bieten können, ist ein geeigneter Lebensraum im Freien.

Zu Ausnahmefällen gehören kranke, verletzte, unterernährte oder von Parasiten befallene Igel. Auch verwaiste und bei Wintereinbruch sichtbar zu leichte (unter 500 Gramm Körpergewicht) Igelbabys sind hilfsbedürftig. Kontaktieren Sie am besten die zuständige Fachstelle oder einen Wildtierarzt und lassen Sie sich beraten.

Falsch verstandene Tierliebe

Igel leben in der Natur und fühlen sich dort zu Hause. Ihre Aufnahme und Überwinterung im Haus ist nur in absoluten Ausnahmefällen gestattet. Ihr Ziel sollte immer das Auswildern des Tieres sein!

Anleitung: Igelhaus bauen

In der folgenden Anleitung zeigen wir Ihnen, wie Sie Schritt für Schritt ein warmes und geschütztes Igelhäuschen selber bauen.

Igelhaus selber bauen: Materialien und Werkzeug

Bevor Sie mit dem Bau beginnen, legen Sie Folgendes bereit: 

  • Gehölzschneider, z. B. STIHL GTA 26
  • Handschuhe und Schutzbrille
  • Holzplatten:
  • 4 Stück 40 x 25 x 2 cm,
  • 1 Stück 30 x 20 x 2 cm,
  • 1 Stück 50 x 40 x 2 cm
  • 2 Holzleisten 39 x 2 x 2 cm
  • Holzschrauben 3 x 30 mm
  • Ösenschrauben, klein
  • Dachpappennägel
  • DachpappeAkkuschrauber
  • Kleine Klemmzwingen
  • Schleifpapier
  • Kombizange
  • Cuttermesser

Ein Igelhaus mit oder ohne Boden bauen?

Ob Sie das Igelhaus mit oder ohne Boden bauen, liegt ganz bei Ihnen. Wichtig dabei ist, dass sowohl der Igel als auch das Füllmaterial während der Wintermonate trocken bleiben. Wenn Sie sich also für eine bodenlose Variante entscheiden, sollte das Igelhaus nicht in einer Mulde liegen. Für eine bessere Isolation bedecken Sie die Erde mit Kies oder einer Schicht Holzschnitzel.

In unserem Fall bauen wir ein Igelhaus ohne Boden.

Igelhaus bauen: Maẞe

  • Der Hohlraum ist 35 x 28 x 20 cm groß.
  • Der Eingang hat eine Größe von 10 x 10 cm und ist für größere Igel passierbar.
  • Das Igelhaus ist in zwei Bereiche eingeteilt: Der Schlafraum ist etwa 23 cm breit, der Durchgang zum Schlafraum 12 cm.

Ihrer Sicherheit verpflichtet: die Schutzausrüstung

Die Arbeit mit starken Geräten macht Freude und lässt Sie über sich hinauswachsen. Gut, wenn Sie dabei auf eine wirkungsvolle und sichere Schutzkleidung setzen können. Tragen Sie beim Arbeiten mit dem Gehölzschneider immer Ihre persönliche Schutzausrüstung. Dazu gehören beispielsweise Schutzbrille, Handschuhe und widerstandsfähigem Material und Schnittschutzhose und mehr. Details erfahren Sie in der Bedienungsanleitung für Ihr Produkt. Machen Sie sich vor dem ersten Arbeitseinsatz gründlich mit Ihrem Gerät vertraut und stellen Sie vor jedem Einsatz sicher, dass Ihr Gerät in einwandfreiem Zustand ist. Ihr STIHL Fachhändler bereitet auf Wunsch jedes Gerät für den ersten Einsatz vor und berät Sie bezüglich der Schutzkleidung zu Modellen und Größen, die Sie in aller Ruhe anprobieren können. Denken Sie bitte daran, dass eine persönliche Schutzausrüstung kein Ersatz für eine sichere Arbeitstechnik ist.

Igelhaus bauen: Anleitung

Nun können Sie mit dem Bauen loslegen!

Igelhaus aufstellen: Welcher Standort ist geeignet?

Wenn Sie damit fertig sind, Ihr Igelhäuschen zu bauen, suchen Sie nach einem geeigneten Platz, an dem Sie es aufstellen können. Stellen Sie das Igelhaus am besten auf eine Erhöhung. So wird bei verstärktem Regen oder Schneefall kein Wasser in die Unterkunft gelangen. Damit das Tier sich ausreichend erholt und nicht vorzeitig aus dem Winterschlaf erwacht, sollte der Unterschlupf nicht unter direkter Sonneneinstrahlung stehen. Die beste Lage für das selbstgebaute Igelhaus ist an der Nordseite des Hauses, unter immergrünen Sträuchern, Bäumen oder unter einem Vordach. Der Eingang zeigt auf die regenabgewandte Seite.

Sobald Sie einen geeigneten Platz zum Aufstellen gefunden haben, bedecken Sie das Igelhaus mit Reisig und Laub. Die Materialien bilden eine äußere Schutzschicht und verstecken den Unterschlupf vor neugierigen Tieren.

Fertig! Das neue Winterquartier ist nun bezugsfertig und erwartet seinen ersten Gast.

Zusammenfassung: Igelhaus selber bauen

  • Um die kalten und futterarmen Jahreszeiten zu überbrücken, halten Igel von Oktober bis April/Mai Winterschlaf. Als Winterquartier eignen sich Laub- und Reisighaufen, alte Baumstämme oder von Menschen gebaute Igelhäuser.
  • Es ist gesetzlich verboten, Igel zu fangen oder nach Hause zu bringen. Eine Ausnahme stellen Tiere in Not dar: Kranke, verletzte, unterernährte Igel oder verwaiste Jungigel brauchen Hilfe.
  • Freilebende Igel besorgen sich ihr Essen selbst. Als Notration stellen Sie Schüsseln mit Wasser und etwas Katzenfutter auf.
  • Bitte tragen Sie beim Bauen des Igelhauses immer Ihre persönliche Schutzausrüstung gemäß der Bedienungsanleitung Ihres Geräts.
  • Mithilfe eines Gehölzschneiders, Holzplatten und Dachpappe lässt sich ein gemütliches und wasserdichtes Igelhaus selber bauen, in dem ein Igel überwintern kann.
  • In einem bodenlosen Igelhaus bedecken Sie die Erde mit Kies oder einer Schicht Holzschnitzel. Sie halten den Unterschlupf trocken und warm.
  • Nutzen Sie Stroh, um das Igelhaus zu befüllen, denn es eignet sich am besten zum Nisten. Fügen Sie nach Bedarf trockenes Laub hinzu.
  • Der ideale Standort für das Winterquartier ist die Nordseite eines Hauses, unter immergrünen Sträuchern, Bäumen oder unter einem Vordach. Der Eingang des Igelhauses sollte auf die regenabgewandte Seite zeigen.
  • Stellen Sie das Igelhaus auf einem ebenen, trockenen Boden auf und bedecken Sie es mit einer Reisig- und Laubschicht.