In 8 Schritten ein winterfestes Igelhaus bauen

Ihr niedlicher Nachbar für den Winter: Wir zeigen, wie Sie in Ihrem Garten ein gemütliches Igelhaus bauen.

Material und Werkzeug

Die Materialliste ist auf ein Igelhaus mit einem Hohlraum von 35 x 28 x 20 cm ausgelegt. Der Eingang hat eine Größe von 10 x 10 cm und ist für größere Igel passierbar. Das Igelhaus ist in zwei Bereiche eingeteilt: Der Schlafraum ist etwa 23 cm breit, der Durchgang zum Schlafraum 12 cm.

Materialien, um Igelhaus zu bauen: STIHL Akku-Gehölzschneider GTA 26, Holzplatten, Hammer, Nägel und weiteres Werkzeug
Sind alle Materialien bereitgelegt, kann die Arbeit beginnen.

Los geht’s mit der passenden Ausrüstung

Anleitung: Igelhaus selber bauen

Sobald Sie Ihre persönliche Schutzausrüstung tragen und Materialien sowie Werkzeuge bereitliegen, können Sie mit dem Bauen loslegen!

Igelhaus aufstellen: Welcher Standort ist geeignet?

Wenn Sie damit fertig sind, Ihr Igelhäuschen zu bauen, suchen Sie nach einem geeigneten Platz, an dem Sie es aufstellen können. Stellen Sie das Igelhaus am besten auf eine Erhöhung. So wird bei verstärktem Regen oder Schneefall kein Wasser in die Unterkunft gelangen. Damit das Tier sich ausreichend erholt und nicht vorzeitig aus dem Winterschlaf erwacht, sollte der Unterschlupf nicht unter direkter Sonneneinstrahlung stehen.

Selbstgebautes Igelhaus in einem Garten unter einer Tanne

Ein Igelhaus bietet den Tieren einen trockenen Unterschlupf.

Die beste Lage für das selbstgebaute Igelhaus ist an der Nordseite des Hauses, unter immergrünen Sträuchern, Bäumen oder unter einem Vordach. Der Eingang zeigt auf die regenabgewandte Seite. 

Sobald Sie einen geeigneten Platz zum Aufstellen gefunden haben, bedecken Sie das Igelhaus mit Reisig und Laub. Die Materialien bilden eine äußere Schutzschicht und verstecken den Unterschlupf vor neugierigen Tieren.

Fertig! Das neue Winterquartier ist nun bezugsfertig und erwartet seinen ersten Gast.

Ein Igelhaus mit oder ohne Boden bauen?

Ob Sie das Igelhaus mit oder ohne Boden bauen, liegt ganz bei Ihnen. Wichtig dabei ist, dass sowohl der Igel als auch das Füllmaterial während der Wintermonate trocken bleiben. Wenn Sie sich also für eine bodenlose Variante entscheiden, sollte das Igelhaus nicht in einer Mulde liegen. Für eine bessere Isolation bedecken Sie die Erde mit Kies oder einer Schicht Holzschnitzel.

Wir haben uns für ein Igelhaus ohne Boden entschieden.

Igeln beim Überwintern helfen: Wie und wann?

Ruhige, naturbelassene Gartenecke mit hohem Gras, immergrünen Sträuchern und Bäumen

In naturbelassenen Gartenecken fühlen sich Igel wohl.

Im Spätherbst begeben sich Igel auf die Suche nach einem warmen und geschützten Winterquartier. Zu ihren natürlichen Verstecken zählen alte Baumstämme sowie Laub- oder Reisighaufen. Bemerken Sie in Ihrem Garten kleine Laubhäufchen, lassen Sie diese bis zum Frühjahr liegen. Eventuell hat sich dort bereits ein Igel einquartiert und Sie könnten sein Zuhause aus Versehen zerstören.

Besondere Vorsicht gilt auch beim 
Rasenmähen und Heckenschneiden, denn die nachtaktiven Igel verstecken sich tagsüber gern unter Sträuchern.

Frau sammelt Grünschnitt nach dem Schneiden einer Hecke in einer Schubkarre

Aus Grünschnitt wird schnell ein Winterquartier für Igel.

Vor Wintereinbruch, wenn Sie Ihren Garten winterfest machen, haben Sie die Chance, ihn igelfreundlich zu gestalten. 

Sammeln Sie dazu Grünschnitt und Laub in einer Ecke Ihres Gartens, damit ein Igel dort ungestört überwintern kann.

Aber auch über ein Igelhaus, das Sie selber bauen, freuen sich die Tiere. Mit unserer Anleitung geht es zum Glück schnell und ohne viel Aufwand. 

Sie können den Tieren helfen, indem Sie im Garten Schüsseln mit etwas Katzenfutter und Wasser aufstellen. Milch ist für die Tiere streng verboten und führt zu starkem Durchfall. Allerdings sollte das Futter nur als Notration gedacht sein, denn wie jedes Wildtier sollte sich ein freilebender Igel sein Essen selbst besorgen. Außerdem könnte die ständige Nahrungszufuhr Igel von ihrer Winterruhe abhalten

Ab und zu wachen Igel aus Ihrem Winterschlaf auf, manche verlassen sogar ihr Nest. Begegnen Sie im Winter einem aktiven Igel, sollten Sie beobachten, ob das Tier Anzeichen für Krankheiten oder andere Probleme (z. B. Verletzungen oder Unterernährung) aufweist. Ist dies der Fall, kontaktieren Sie die zuständigen Fachstellen.

Igel: Überwinterung im Haus

Igel sind nach dem Bundesnaturschutzgesetz eine besonders geschützte Tierart und dürfen weder getötet noch verletzt oder gefangen werden. Die beste Hilfe, die Sie einem gesunden Igel daher bieten können, ist ein geeigneter Lebensraum im Freien.

Zu Ausnahmefällen gehören kranke, verletzte, unterernährte oder von Parasiten befallene Igel. Auch verwaiste und bei Wintereinbruch sichtbar zu leichte Igelbabys (unter 500 Gramm Körpergewicht) sind hilfsbedürftig. Kontaktieren Sie am besten die zuständige Fachstelle oder einen Wildtierarzt oder eine Wildtierärztin und lassen Sie sich beraten.

Falsch verstandene Tierliebe

Igel leben in der Natur und fühlen sich dort zu Hause. Ihre Aufnahme und Überwinterung im Haus ist nur in absoluten Ausnahmefällen gestattet. Ihr Ziel sollte immer das Auswildern des Tieres sein!

Igel in Herbstlaub

Ins Herbstlaub eingekuschelt ist der Igel in seinem Element. 

Dürfen Sie Igel im Winter füttern?

Bevor sie ihren Winterschlaf halten, müssen sich Igel eine ordentliche Fettschicht anfressen.

Vor allem Jungigel und Igelweibchen gehen deshalb von September bis Dezember intensiv auf Futtersuche.

Für Igelmännchen dagegen beginnt der Winterschlaf bereits im Oktober. 

Als Wildtiere besorgen sich Igel ihr Futter in der Regel selbst. Füttern Sie gesunde Igel im Winter, stören Sie im schlimmsten Fall deren Zyklus, sodass sie nicht in den Winterschlaf gehen.

Beim Verdacht auf einen hilfsbedürftigen, unterernährten Igel kontaktieren Sie am besten die Igelhilfe. 

Häufige Fragen und Antworten