Bienenfreundlicher Garten: So gestalten Sie ihn

Richtige Pflanzenwahl, Nisthilfen und keine Pestizide – Ihren Garten bienenfreundlich zu gestalten, ist ganz einfach. So geht's!

Warum ein bienenfreundlicher Garten wichtig ist

Bienen gehören zu den wichtigsten Nützlingen in der Natur. Doch welche große Rolle spielen sie für unsere Umwelt und wie können Sie die kleinen Insekten mit Ihrem Garten unterstützen?

Die Rolle der Bienen für uns und die Umwelt

„Ohne Bienen keine Ernte“ – so einfach lässt sich die Bedeutung der Bienen für die Umwelt zusammenfassen. Wild- und Honigbienen übernehmen einen Großteil der Bestäubung von Pflanzen, sorgen so für reiche Erträge und tragen wesentlich zur Ausbreitung von Pflanzen bei. Wildbienen unterscheiden sich von den Honigbienen unter anderem durch ihre Lebensweise: Wildbienen sind sogenannte Solitärbienen und leben im Gegensatz zu Honigbienen nicht im Bienenstock, sondern zum Beispiel im Erdboden oder in Felsspalten, Pflanzenstängeln, Trockenmauern oder Insektenhotels. Aufgrund dieser Lebensweise sind Wildbienen in einem größeren Umkreis verteilt und haben eine höhere Bestäubungsleistung als Honigbienen. Viele Pflanzen blühen daher besser, wenn sie von den effizienteren Wildbienen bestäubt werden. Einige Pflanzenarten, wie beispielweise Tomaten, werden ausschließlich von wildlebenden Arten bestäubt. Außerdem dienen Bienen als Nahrung für andere Tiere und sind auch deshalb wichtig für das Ökosystem.

Warum sind Bienen gefährdet?

Allein in Deutschland gibt etwa über 500 Wildbienen-Arten, von denen die Hälfte vom Aussterben bedroht ist. Grund dafür ist die intensive Landwirtschaft, die für höhere Erträge vorrangig auf Monokulturen setzt. Zwischen diesen Monokulturen finden sich kaum noch blühende Pflanzen und damit keine Nahrung für die Bienen. Manche heimische Bienenarten sind sogar auf nur eine einzige Pflanzenart spezialisiert – wird diese zugunsten der Landwirtschaft zurückgedrängt, finden die gestreiften Insekten keine Nahrung mehr.

Aber auch der heimische Garten ist oft nicht bienenfreundlich. Gärten werden meist so angelegt, dass sie dem Geschmack des Besitzers entsprechen und pflegeleicht sind. Allerdings fehlen in den meisten Gärten die für Insekten relevanten Pflanzen. Finden Bienen weder in Gärten noch auf Feldern oder Wiesen ausreichend Nahrung, verhungern sie.

Wie ein bienenfreundlicher Garten den Insekten hilft

Ist die nächste Wildblumenwiese sehr weit vom Nistplatz der Bienen entfernt, erreichen sie die Wiese nur schlecht. Deshalb sollte ein bienenfreundlicher Garten alles beinhalten, was sie zum Leben brauchen: Er bietet den Tieren Nahrung, Nistplätze, Unterschlupf und ein Winterquartier. Schon ein paar bienenfreundliche Pflanzen im Garten oder auf dem Balkon schaffen solche Blumeninseln und helfen den Bienen bei der Nahrungssuche. So können die fleißigen Insekten problemlos von Blumeninsel zu Blumeninsel fliegen, mehr Pflanzen bestäuben und das Ökosystem unterstützen.

Zweifelsohne ist der Schutz der Bienen für die Erde und unser eigenes Wohlergehen unerlässlich. Wie ein bienenfreundlicher Garten aussieht und welche Pflanzen darin wachsen, erklären wir Ihnen im Folgenden.

Bienengarten anlegen: So gestalten Sie Ihren Garten bienenfreundlich

Mit einfachen Mitteln wandeln Sie Ihr Grundstück in einen Bienengarten um: Schon eine kleine Ecke mit bienenfreundlichen Pflanzen ist für Insekten eine große Hilfe. Mit etwas mehr Aufwand holen Sie aus Ihrem Garten noch mehr heraus: Bienenfreundliche Stauden, Kräuter und Sträucher machen ihn ganz schnell zu einem Paradies für Bienen.

Auch Trinkmöglichkeiten sind für Bienen wichtig. Füllen Sie dafür einfach eine flache Schale mit Wasser und geben Sie ein paar Kieselsteine oder Murmeln hinein. So können die Bienen sicher hinein- und herauskrabbeln.

Pestizide vermeiden

Pestizide halten Schädlinge von Ihren Pflanzen fern, vertreiben aber gleichzeitig sämtliche Nützlinge, darunter auch die Bienen. In einem bienenfreundlichen Garten verzichten Sie also auf diese Art der Schädlingsbekämpfung. Stattdessen können Sie Ihre Pflanzen mit natürlichen Mitteln stärken: Besprühen Sie sie mit Pflanzen-Jauche (z. B. Brennnessel-Jauche oder Knoblauch-Sud), die die Zellen festigt und vor Pilzbefall schützt. Blattläuse können Sie einfach mit einem scharfen Wasserstrahl wegspülen oder mit dem Finger abstreifen. Alternativ entfernen Sie die befallenen Triebe komplett.

Damit Pestizide gar nicht erst nötig werden, achten Sie schon beim Kauf darauf, mit welchen Pflanzen Sie Ihren Bienengarten anlegen. Geben Sie dem Gemüse den Vorzug, das als „resistent gegen Mehltau“ deklariert ist und setzen Sie bei Obst und Rosen auf krankheitstolerante oder -resistente Sorten. Achten Sie bei Rosen am besten auf das Label der Allgemeinen Deutschen Rosenneuheitsprüfung (ADR). ADR-Rosen wurden mehrere Jahre lang streng geprüft und haben unter anderem eine hohe Widerstandskraft gegen Blattkrankheiten bewiesen. Setzen Sie die Pflanzen standortgerecht ein, damit sie nicht aufgrund von Lichtmangel oder anderen Ursachen geschwächt sind und von Schädlingen befallen werden.

Falls sich die Verwendung von Schädlingsmitteln im bienenfreundlichen Garten nicht vermeiden lässt, greifen Sie zu nützlingsschonenden Varianten, die explizit für Bienen ungefährlich sind. Allerdings sollten Sie auch mit diesen Mitteln keine Blüten besprühen: Bienen, die den Geruch an sich tragen, können danach meist nicht mehr zu ihrem Volk zurückkehren.

STIHL Profi-Tipp: Da Schädlinge ebenso zur Natur gehören wie Nützlinge, sollten Sie manchen Schädlingsbefall den Bienen zuliebe einfach hinnehmen.

Nisthilfen bieten

Was wäre ein bienenfreundlicher Garten ohne Nisthilfen? Besonders Solitärbienen, die in der Natur meist in Pflanzenstängeln und Löchern im Holz nisten, nutzen Verstecke wie Insektenhotels oder Trockenmauern gerne. Ein Insektenhotel können Sie ganz einfach selber bauen oder im Fachhandel kaufen. Achten Sie dafür nur auf die richtigen Füllmaterialien: Während Bienen Schilf- oder Bambusröhrchen gerne als Nistplatz nutzen, sind Muscheln, Tannenzapfen, Lochsteine und Holzwolle für ein Bienenhotel nicht geeignet.

Eine weitere Möglichkeit, Wildbienen ein Zuhause zu bieten, ist eine Trockenmauer. Damit ist eine einfache Steinmauer gemeint, die nicht durch Mörtel zusammengehalten wird. In den entstandenen Zwischenräumen nisten dann die Bienen.

Auch Totholzhaufen dienen verschiedenen Tieren als Versteck. Ob als Heckenvariation oder als Stapel in einer Ecke des Gartens: Zwischen den Ästen und Zweigen finden Bienen neben Igeln, Vögeln, Zitronenfaltern und vielen weiteren Tieren Unterschlupf.

Manche Bienenarten, wie etwa die Weidensandbienen, graben ihr Nest im Sandboden. Lassen Sie also einfach eine kleine Sandfläche offen und bereiten Sie den Bienen so eine natürliche und einfache Nisthilfe in Ihrem bienenfreundlichen Garten.

Nicht vergessen: Stellen Sie eine Schale mit Wasser in die Nähe des Nistplatzes, damit die Bienen immer etwas zu trinken haben.

Bienenfreundliche Pflanzen

Auf der Suche nach bienenfreundlichen Gartenpflanzen schauen Sie zuerst nach heimischen Sorten. Auf diese haben sich die Bienen schon lange eingestellt, während exotische Züchtungen ihnen fremd sind. Einheimische Unkräuter wie Brennnessel, Kreuzdorn und Distel sind hervorragende Nektarquellen für Bienen, aber auch für andere Insekten, wie Schmetterlinge und Hummeln.

Vermeiden Sie Pflanzen mit gefüllten Blüten. Hier wurden die Staubblätter durch Züchtung in Blütenblätter umgewandelt. Die üppigen Blüten sehen schön aus, erschweren den anfliegenden Bienen aber die Nahrungssuche: Sie müssen sich durch zahlreiche Blütenblätter kämpfen, bevor sie an die oft verkümmerten Staubblätter gelangen und werden weder mit Nektar noch mit Pollen belohnt. Daher sind diese Blumen für Bienen nicht gerade hilfreich.

Ein einfacher Weg, um bienenfreundliche Blumen im Garten zu haben, sind Samenmischungen für Bienen. Allerdings sind in vielen Mischungen Pflanzen aus dem Mittelmeerraum oder den USA enthalten. Die Blüten sind meist nicht gefüllt und durchaus für Insekten geeignet, aber für heimische Wildbienen sind regionale Pflanzen dennoch die bessere Wahl. Greifen Sie also im Idealfall auf Pflanzenmischungen zurück, die auf die Insekten in Ihrer Umgebung abgestimmt sind. Solche Pflanzenmischungen erhalten Sie zum Beispiel in Raiffeisen-Märkten oder bei Agrargenossenschaften.

Bienenfreundliche Blumen und Stauden

  • Akelei
  • Astern
  • Bienenfreund
  • Dahlien (ungefüllte Sorten)
  • Fackellilie
  • Geißblatt (duftet abends)
  • Glockenblumen (rundblättrige Sorten)
  • Katzenminze
  • Krokus
  • Lavendel
  • Lungenkraut
  • Lupine
  • Nachtkerze (blüht nachts)
  • Natternkopf
  • Polster-Seifenkraut (blüht nachts)
  • Schafgarbe
  • Skabiose
  • Sonnenblume
  • Wilde Malve
  • Ysop

Sind Hortensien bienenfreundlich?

Ja, Hortensien sind bienenfreundlich und vielfältig. Für einen bienenfreundlichen Garten wählen Sie ungefüllte und einfache Sorten aus, damit die Bienen an den wertvollen Nektar gelangen. Ein Beispiel für bienenfreundliche Hortensien sind Tellerhortensien.

Bienenfreundliche Sträucher und Bäume

  • Apfel
  • Brombeere
  • Efeu
  • Himbeere
  • Holunder
  • Hundsrose
  • Johannisbeere
  • Kletterrosen (ungefüllte Sorten)
  • Kornelkirsche
  • Pfaffenhütchen
  • Salweide
  • Schlehe
  • Stachelbeere
  • Weißdorn
  • Wilder Wein
  • Zierweide (Salix integra)

Bienenfreundliches Beet: Obst & Gemüse

Mit Gemüse wie Ackerbohnen, Kleearten, Kohl, Kürbisgewächsen, Möhren und Zwiebeln tun Sie sich selbst sowie den Bienen in Ihrem Garten einen Gefallen. Auch Heilpflanzen wie Borretsch und Ringelblumen locken mit ihren nektarreichen Blüten viele Insekten an. Vervollständigen Sie Ihr Beet mit Erdbeeren und Gewürzkräutern und schon erwartet Sie und die Bienen ein aromatischer und nährstoffreicher Garten.

Pflanzen für einen bienenfreundlichen Balkon

Ein Balkon lässt sich ganz einfach bienenfreundlich gestalten: Goldlack, Kapuzinerkresse, Verbene, Männertreu, Wandelröschen und Löwenmäulchen sehen schön aus und bieten den vorbeifliegenden Bienen reichlich Nahrung. Auch über beliebte Küchenkräuter wie Salbei, Rosmarin, Lavendel, Pfefferminze und Thymian freuen sich die gestreiften Insekten

Bienenfreundliche Pflanzen für das ganze Jahr

So wie die Bienen das ganze Jahr über Nahrung finden wollen, möchten Sie zu jeder Jahreszeit einen schönen Garten genießen.  Die folgenden Listen zeigen Ihnen, mit welchen Pflanzen Sie Ihren Garten bienenfreundlich gestalten.

Bienenfreundlicher Garten im Frühjahr

  • Apfel
  • Blauregen
  • Krokus
  • Mahonie
  • Stachelbeere
  • Schneeglöckchen
  • Schneeheide
  • Schwarzdorn
  • Süßkirsche
  • WildtulpenWinterling
  • Zierlauch

Bienenfreundlicher Garten im Sommer/Hochsommer 

  • Brombeeren
  • Distel
  • Fenchel
  • Fingerhut
  • Glockenblumen
  • Himbeeren
  • Lupine
  • Rosmarin
  • Salbei
  • Storchschnabel
  • Taubnessel

Bienenfreundlicher Garten im Spätsommer

  • Fetthenne
  • Heide
  • Katzenminze
  • Kugeldistel
  • Lavendel
  • Sonnenhut
  • Ziest

Bienenfreundlicher Garten im Winter

Es gibt keine bienenfreundlichen Pflanzen, die hierzulande in der kalten Jahreszeit blühen. Da Bienen im Winter nicht auf Nahrungssuche sind, sondern sich während dieser Zeit von ihren gesammelten Vorräten ernähren, braucht es allerdings auch keine bienenfreundlichen Pflanzen. Dennoch können Sie den Bienen mit einfachen Mitteln unter die Flügel greifen. Ein Insektenhotel im Garten oder auf dem Balkon lädt zum Überwintern ein. Haben Sie Stauden im Garten, schneiden Sie diese nicht bei der Gartenpflege im Winter, sondern erst im Frühjahr zurück. In den Stängeln überwintern Bienen und andere Insekten gerne.

Welche Pflanzen mögen Bienen?
Bienen mögen Pflanzen, deren Staubblätter sie gut erreichen, da sie so den wertvollen Nektar bekommen. Daher fliegen Bienen zum Beispiel gerne Lavendel, Süßkirsche, Dahlien und Sonnenblumen an. Einheimische Pflanzen mögen Bienen lieber als exotische.

Welche Blumen für Bienen/Welche Blumen mögen Bienen?
Bienen mögen Blumen mit ungefüllten Blüten, dazu gehören zum Beispiel Sonnenblume, Dahlie, Krokus, Löwenmäulchen und Wildtulpe.

Welche Sträucher mögen Bienen?
Bienen mögen Sträucher mit nektarreichen Blüten, zum Beispiel Holundern und Efeu. Auch Himbeer-, Brombeer- oder Johannisbeersträucher mögen Bienen gerne.

Sind Hortensien bienenfreundlich?
Ja, Hortensien sind bienenfreundlich. Wichtig ist aber, dass ihre Blüten nicht gefüllt sind. Bei der Tellerhortensie gelangen Bienen gut an die Staubblätter und können so den wertvollen Nektar sammeln.

Zusammenfassung: bienenfreundlicher Garten

  • Bienen übernehmen einen großen Teil der Bestäubungsarbeit und sind für ein funktionierendes Ökosystem unverzichtbar.
  • Die auf Monokulturen spezialisierte Landwirtschaft nimmt Bienen ihren Lebensraum und die Nahrungsgrundlage.
  • Ein bienenfreundlicher Garten enthält Nist-, Unterschlupf- und Überwinterungsmöglichkeiten, Wasserquellen und ein breites Nahrungsangebot.
  • Bienenfreundliche Blumen sind ungefüllt, sodass die Bienen an den Nektar in den Staubblättern gelangen.
  • Vermeiden Sie bei der Schädlingsbekämpfung die Verwendung von Pestiziden, um den Bienen nicht zu schaden. Greifen Sie im Zweifelsfall auf bienenfreundliche Schädlingsbekämpfungsmittel zurück.