Kahle Stellen und Lücken im Rasen reparieren

Beschädigter Rasen? Das können Sie ändern. Diese Übersicht hilft Ihnen, die Ursache zu erkennen und den Rasen zu reparieren.

Kaputter Rasen: Was ist die Ursache? 

Verfärbungen, kahle Stellen und Löcher auf der Grasoberfläche sind für jeden Gartenbesitzer ärgerlich. Sie zeigen aber auch an, dass es dem Rasen an etwas fehlt oder dass ein Wildtier beziehungsweise Insekten im Garten unterwegs sind. Genauso wie alle Pflanzen ist auch Gras gegenüber äußeren Einflüssen empfindlich und reagiert mit sichtbaren Veränderungen. Glücklicherweise lassen sich viele davon schnell wieder beheben. 

Die rechtzeitige Ausbesserung des Rasens ist nicht nur aus ästhetischer Sicht wichtig. Auf unbehandelten Lücken und Unebenheiten in der Grasoberfläche breitet sich gern Unkraut aus, das sich nur mühevoll entfernen lässt und zusätzliche Arbeit bringt. 

Bevor Sie mit der eigentlichen Reparatur des Rasens beginnen, stellen Sie die Ursache und das Ausmaß der Schäden fest. Sind große Rasenteile betroffen oder müssen nur kleine Stellen repariert werden? Wurde der Rasen eventuell falsch gepflegt? Oder sind Tiere, Krankheiten oder Staunässe für die Schäden verantwortlich? Je genauer Sie der Sache auf den Grund gehen, desto einfacher finden Sie eine langfristige Lösung. 

Kahle Stellen im Rasen ausbessern 

Haben Sie kahle Stellen auf der Grasoberfläche bemerkt? Diese können aus mehreren Gründen auftreten:

  • Abdrücke von Gartenmöbeln, Trampolin, Schwimmbecken und Pflanzenkübeln: Das ist ein typisches Problem während der Gartensaison, wenn der Rasen häufiger als Spiel- und Grillfläche beansprucht wird.  
  • Bodenbeschaffenheit 
  • Mangelnde oder übertriebene Pflege 
  • Ungleichmäßige Verteilung der Samen bei der Aussaat 

Bei kahlen Stellen – Rasen nachsäen 

Lückenhafter Rasen lässt sich ganz einfach reparieren, indem Sie die Lücken mit neuer Saat auffüllen. Die optimale Zeit dafür ist im April oder September, wenn Frost oder Hitze der Erde nicht mehr zusetzen. Um eine gleichmäßige Keimung zu fördern, sollte die Bodentemperatur etwas über 10 Grad Celsius liegen. 

Zum Nachsäen eignen sich am besten die gleichen Rasensamen, die Sie schon zuvor verwendet haben. Sind sie nicht mehr vorrätig, wählen Sie eine ähnliche Rasensorte, die farblich zur übrigen Grünfläche passt.  

Schritt 1: Rasen mähen 

Mähen Sie den noch vorhandenen Rasen so kurz wie möglich. Mehr zum richtigen Rasenmähen erfahren Sie in unserem Ratgeber.  

Schritt 2: Kahle Flächen säubern 

Rauen Sie kleinere kahle Stellen mit einem Rechen auf und entfernen Sie Unkraut, Moos sowie abgestorbene Pflanzenreste. Der Boden wird gleichzeitig aufgelockert, sodass Luft, Wasser und Mikronährstoffe wieder leichter in die Erde gelangen und die Rasenhalme nähren. Auch die Grassamen bekommen später guten Bodenschluss. 

Bei Bedarf: Bodenqualität verbessern 

Zu schwere und leichte Böden können das Rasenwachstum hemmen. Tonhaltige Böden sind oft stark verdichtet und speichern zu viel Wasser ab. In diesem Fall hilft es, den Boden mit Quarzsand zu besanden. Bei Bedarf (z. B. bei Verfilzung) vertikutieren Sie den Rasen und verteilen Sie den Quarzsand darüber. Der Sand gelangt mit dem Regenwasser in den Boden und lockert ihn. Sandige Böden verbessern Sie durch Zugabe von Kompost oder Tonmehl. Im Zweifel schafft eine Bodenanalyse Abhilfe. Sie wird in speziellen Instituten und Laboren von Experten durchgeführt. 

Schritt 3: Rasensamen verteilen 

Ist der Boden zur Nachsaat bereit, verteilen Sie die Grassamen gleichmäßig über die kahlen Stellen. Bei größeren Lücken lohnt es sich, mit einem Streuwagen zu arbeiten. Anschließend drücken Sie die Samen mit einem Brett oder einer Walze tiefer in die Erde. Alternativ mischen Sie die Grassamen bereits mit Blumenerde, sodass sie bereits vor der Aussaat Bodenschluss haben. Bedecken Sie die aufgerauten Flächen mit der Erde-Saat-Mischung und verteilen Sie sie gleichmäßig mit einem Besen.   

Schritt 4: Boden gießen und nähren 

Gießen Sie die Samen mit einem möglichst weichen Wasserstrahl (Sprühkopf verwenden), damit sie nicht von der Oberfläche weggespült werden. Bei Bedarf bedecken Sie die reparierten Stellen mit einer dünnen Schicht aus Kompost oder Blumenerde.   

Nun können Sie abwarten und den Boden regelmäßig mit Feuchtigkeit versorgen. Vermeiden Sie außerdem, die ausgebesserten Stellen in den darauffolgenden Wochen zu betreten.  

Rollrasen statt Nachsaat 

Kleine und große kahle Stellen lassen sich außerdem mit einem Stück Rollrasen reparieren. Dabei handelt es sich um gezüchtete Grasteppiche, die Ihnen geliefert und im Garten ausgelegt werden. Dies ist eine verlockende Alternative für jeden, der sich in kurzer Zeit einen voll belastbaren Rasen wünscht – in allen anderen Aspekten ist der Saatrasen die ökonomischere Wahl.  

Lesen Sie mehr über die Vor- und Nachteile eines Rollrasens.

Vertiefungen und Löcher im Rasen 

Löcher im Rasen sind oft ein Zeichen von tierischen Besuchern. Auf ihrer Nahrungssuche buddeln sie den Gartenboden auf, wodurch sie die schöne, ebene Grasfläche zerstören und Stolpergefahren für den Menschen bilden. Bevor Sie die Löcher auffüllen und den Rasen reparieren, können Sie den ungeladenen Gast mithilfe einer Wildkamera oder bei genauem Hinsehen identifizieren.  

Löcher im Rasen: Welches Tier war das?   

Jedes Tier buddelt auf seine eigene Art und Weise: Ein Igel hinterlässt flache, trichterförmige Löcher, während Maulwürfe unterirdische Tunnel buddeln und Erdhügel aufwerfen. Typisch für Wühlmäuse sind angeknabberte Wurzeln in den kleinen, unregelmäßigen Löchern. Erdwespen, Ameisen und Regenwürmer sind an winzigen Löchern zu erkennen und halten den Rasen gesund. Waschbären hingegen graben keine Löcher, sondern zerkratzen die Grasoberfläche auf der Suche nach Würmern und Käfern. 

Viele Wildtiere kommen aus Not in unsere Gärten. Manche, wie etwa Igel, Maulwürfe und Erdwespen, stehen in Deutschland unter Naturschutz und dürfen nicht gefangen, verletzt oder getötet werden. Was Sie allerdings dürfen, ist den Garten tierfreundlich zu gestalten und den Tieren darin Unterschlupf zu bieten. In unserer Anleitung lernen Sie beispielsweise, wie Sie ein gemütliches Igelhaus bauen. 

Löcher im Rasen reparieren 

Nun machen Sie sich an die Rasenreparatur.   

Zuerst werden die Löcher wieder aufgefüllt. Bei flachen Vertiefungen reicht schon eine dünne Sandschicht aus, tiefe Löcher werden mit Blumenerde aufgefüllt. Anschließend treten Sie die Flächen mit den Füßen fest.  

Im nächsten Schritt schließen Sie die Lücke in der Grasnarbe durch eine Nachsaat oder mit einem Rollrasen-Pflaster.  

Kaputten Rasen reparieren: weitere Schäden und ihre Ursachen 

Unkraut, Staunässe und verbrannte Grashalme sind weitere Anzeichen dafür, dass es Ihrem Rasen an etwas fehlt. Im Folgenden finden Sie weitere Rasenschäden und wie Sie sie ausbessern können. 

Zusammenfassung: Rasen reparieren

  • Bodenbeschaffenheit, falsche Pflege, Abdrücke von Gartenmöbeln, Schwimmbecken und Trampoline verursachen kahle Stellen auf dem Rasen. 
  • Lücken und Löcher im Rasen schließen Sie, indem Sie Rasen nachsäen. 
  • Die beste Zeit für die Nachsaat ist im April oder September, wenn der Boden weder durch Frost noch Hitze strapaziert wird. 
  • Vertiefungen und Löcher im Rasen werden meistens von Tieren gegraben. Mithilfe einer Wildkamera oder beim Erkennen typischer Merkmale können Sie den ungeladenen Gast identifizieren.  
  • Unkraut, Vergilbungen und verbrannter Rasen sind ein Zeichen für falsche Rasenpflege. Rasenschäden durch Schattenwurf werden mit einer schattenverträglichen Rasensorte oder Rasenersatz vermieden. 
  • Laub darf nicht auf dem Rasen liegen bleiben, sonst fängt das Gras an zu faulen.